Wat That Doi Suthep. Goldene Chedi mit goldenen Statuen und Sonnenschirm. Chedi ist von Zaun umgeben.

Chiang Mai: Tour im Songthaew zu den 3 Highlights des Doi Suthep

Der Doi Suthep – Im Herzen von Lan Na


Der Norden Thailands ist unter Südostasien-Reisenden nun sicher kein Geheimtipp mehr. Denn fernab der weißen Strände und Insellandschaften lockt die vom Hochgebirge geprägte Region rund um Chiang Mai mit seinem ganz eigenen landschaftlichen Charakter und einer besonderen kulturellen Vielfalt. Als Erbin des ehemaligen Königreichs Lan Na lebt hier mehrheitlich eine Bevölkerungsgruppe, die bis zur Thaiisierung im 20. Jahrhundert mit eigener Sprache und Schrift als eigene Ethnie verstanden wurde.
Daneben sind die letzten südlichen Ausläufer des Himalaya die Heimat zahlreicher indigener Bergvölker, derer die meisten im Land als ethnische Minderheiten anerkannt werden. In den Höhenlagen bietet ein mildes Klima zudem beste Voraussetzungen für den Anbau exotischer landwirtschaftlicher Produkte – mit interessantem Hintergrund.

Blick vom Doi Pui Tribe Village über Berglandschaft. Im Dorf Hütten mit Strohdächern.


Chiang Mai ist als Quasi-Hauptstadt und kulturelles Zentrum Nordthailands ein Paradies für Backpacker und Aussteiger:innen. Anders als im wuseligen Bangkok herrscht hier eine auffallend lässige Atmosphäre. Und in der Umgebung gibt es zahlreiche spannende Ausflugsziele, die ihren Besucher:innen die Kulturgeschichte der Region erzählen.
Nur etwa 15 Kilometer westlich der Stadt liegt der Nationalpark Doi Suthep-Pui, in dem es gleich mehrere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen gibt: Prägend für den Nationalpark sind vor allem die beiden namensgebenden Berge Doi Suthep (1676 m) und Doi Pui (1685 m).

In diesem Artikel berichte ich von meiner Tour im Songthaew (Red Taxi) zu den 3 großen Highlights im Doi Suthep-Pui Nationalpark:

Das Bergdorf Doi Pui der Hmong
Der Bhubing Palast
Der Tempel „Wat Phra That Doi Suthep“

Wie fahre ich mit dem Songthaew zum Doi Suthep?

Der einfachste und bequemste Weg, zum Doi Suthep (und Doi Pui) zu gelangen und sich dort die Sehenswürdigkeiten anzusehen, ist eine Rundfahrt mit einem Red Taxi – dem Songthaew. Diese halb-offenen Pritschenwagen sind eine in Chiang Mai und auch im Rest Thailands übliche Spielart des Sammeltaxis. Damit kannst du dich effektiv, preisgünstig und einigermaßen flexibel zwischen den lokalen Sehenswürdigkeiten bewegen.

Red Taxi. Nahaufnahme von Songthaew in Chiang Mai. Langer Pritschenwagen mit Überdachung.
In Chiang Mai nicht zu übersehen: ein Red Taxi.

Preise: Songthaew zum Doi Suthep

➜ Einzelfahrt zum Tempel Doi Suthep: 40 Baht (~1,15 €) ➜ 80 Baht hin und zurück
➜ Kombination Tempel Doi Suthep + Bhubing Palast: 70 Baht (~2 €) ➜ 140 Baht hin zurück
➜ Halbtägige Rund-Tour inklusive Tempel Doi Suthep + Bhubing Palast + Bergdorf Doi Pui: 180 Baht (~5 €)
➸ jeweils 1 Stunde Aufenthalt

Konzept der Rund-Tour zum Doi Suthep:

Für 180 Baht (p.P.) wirst du in einer Gruppe im Songthaew zu den 3 großen Highlights auf dem Doi Suthep und Doi Pui gefahren und hast dort ausreichend Zeit, die Orte zu besichtigen. Das Songthaew wartet während der einstündigen Besichtigungen auf dem jeweiligen Parkplatz.
Die Touren starten vor dem Nord-Eingang des Chiang Mai Zoos, etwas außerhalb der Stadtmauern. Das Songthaew fährt los, sobald ausreichend Mitfahrende (offiziell 10 Personen) für die Tour gefunden sind. Das heißt, dass du auch mit etwas Wartezeit rechnen musst. Gerade, wenn du als erste:r an der Haltestelle auftauchst und dich bereits von einer der Optionen hast überzeugen lassen.

Anfahrt zum Zoo: Du steigst in der Altstadt am Straßenrand in ein Tuk Tuk und wirst für ca. 50 Baht (Verhandlungssache) in 10 Minuten zum Zoo gefahren. Dort werden schon Songthaew-Fahrer:innen auf dich und weitere Kundschaft warten.

Doi Suthep Tour. Fahrerin steht vor Sonthaew und hält eine Karte mit einem Plan vom Doi Suthep und Angeboten für Touren: Red Taxi Station - Doi Suthep Line. Lächelt in Kamera.
Gut gelaunte Songthaew-Fahrerin am Chiang Mai Zoo.

Reisebericht Doi Suthep Tour

Diese Tour dauert insgesamt etwa 4 Stunden, sodass man nicht unbedingt in aller Herrgottsfrühe aufbrechen muss. Da ich selbst kein ausgewiesener Frühaufsteher bin, mache ich mich auch erst am späten Vormittag auf den Weg. So ganz weiß ich noch nicht, was auf mich zukommt. Die Dame mit dem Tour-Menü in der Hand überzeugt mich von der beliebten Tour zu den 3 wichtigen Sehenswürdigkeiten und nach mir auch noch 4 weitere Tourist:innen. Ein koreanisches Pärchen und ein thailändisches Paar. Offenbar kann der Trip diesmal auch mit weniger als den üblichen 10 Personen starten. Ende Februar 2020 ist – auch angesichts der neuen Situation – schon nicht mehr allzu viel touristischer Betrieb.

Rotes Songthaew mit roten Bänken und drei Mitfahrerinnen.
Im Songthaew sitzt man sich auf 2 Bänken gegenüber.

Mit der Frau dieses Paares komme ich unterwegs ins Gespräch. Die beiden stammen aus Pattaya, arbeiten dort in der Gastronomie und genießen nun ihre 4 Tage Urlaub im Norden. Ich komme mir mit meiner Freizeitgestaltung etwas privilegiert vor. Umso schlimmer, dass die Fahrerin nach der Tour meine zu großen Geldscheine nicht wechseln kann und mir die Frau netterweise die Fahrt mit passenden Noten bezahlt …

1. Bergdorf Doi Pui der Hmong

Wir verteilen uns auf den zwei Bänken im ausgekleideten Laderaum des Songthaews. Der Gastronom aus Pattaya darf auf dem Beifahrer Platz nehmen. Ich bekomme nicht ganz mit, warum. Allerdings ist er konstant am Husten, und es ist eben Februar 2020 – vielleicht eine Vorsichtsmaßnahme zu Pandemiebeginn …? Thailand ist zu diesem Zeitpunkt (nach China) das Land mit den zweithöchsten Infektionszahlen.

Doi Pui Schild East Rail Stories
Es finden sich unterschiedliche Schreibweisen für Chiang Mai (เชียงใหม่).

Der erste Abschnitt der Fahrt führt uns in einer guten halben Stunde über Serpentinen hoch hinaus zum Bergdorf Doi Pui der Hmong (Doi Pui Hmong Village), das sich mit seinen ca. 1400 Einwohner:innen (externe Quelle: ➟Royal Project Doi Pui) in einer interessante Melange aus Tradition und Moderne präsentiert.
Das Dorf ist heute allerdings größtenteils für die reichlichen touristischen Umtriebe hergerichtet. Nicht überraschend und eben im Sinne der wirtschaftlichen Entwicklung. Die lokalen Vibes sind aber durchaus noch spürbar. Besonders, als ich mich ein paar Meter von dem Trubel weg bewege, bekomme ich in aller Beschaulichkeit und authentischem Ambiente einen fantastischen Blick über die Landschaft.

Junge in traditioneller Hmong-Tracht seitlich hinter einem Wasserbecken vor der Landschaft des Doi Suthep.
Jenseits des Touri-Treibens. Ein Junge in traditioneller Hmong-Tracht.

Doch auch im Dorf selbst gewinne ich einen kleinen Eindruck von der hiesigen Kultur – die Architektur der Wohnhäuser, mit den engen Gassen und den reichhaltigen Marktständen: traditionelles Handwerk neben industrieller Massenware. Die Moderne zeigt sich besonders anhand der erst in jüngerer Zeit etablierten Gartenbau-Trends der Region. Denn nach einem kleinen Aufstieg auf den Treppen und durch die Gassen des Dorfs – den Verlockungen der Verkaufsstände widerstehend – gelange zu einem gleichsam schönen Aussichtspunkt mit Gartenanlage, in der stolz dahin reifende Erdbeeren und Rosen in ihrer prächtigen Blüte präsentiert werden.

Erdbeer-Beet in präparierten Bambus-Rohren im Bergdorf Doi pui. Einige Erdbeeren sind rot, andere noch grün.
Kurz vor der Ernte: Thailändische Erdbeeren.

Erdbeeren statt Mohn

Der Anbau von Erdbeeren und anderen aus gemäßigten Breitengraden bekannten Ost- und Gemüsearten wurde auf Initiative des letzten Königs von Thailand, Bhumibol Adulyadej des Großen, fast zu einem Markenzeichen dieser Region. Jahrzehntelang baute man hier Schlafmohn an – Opium war die landwirtschaftliche Haupteinnahmequelle der Hmong, und zugleich deren gesundheitliches Verderben.
Im Jahr 1958 wurde der Opium-Anbau in Thailand schließlich offiziell verboten. Ende der 1980er Jahre wurde begonnen, die Mohnplantagen vollständig zu roden und für den Obst- und Gemüsebau bereitzustellen. Den Bewohnern wurde damit eine neue Lebensgrundlage geschaffen, und das beeindruckende Ergebnis lässt sich heute unter anderem im Doi Pui Hmong Village bestaunen.

Im Doi Pui Mong Hill Tribe Village Museum

Holz- und Strohhütte des Hmong Hilltribe Museum in Doi Pui. An der Hütte lehnt ein Kutschenrad.
Eingang zum kleinen, aber feinen ethnologischen Museum.

Um meinen kulturellen Hunger zu stillen, besuche ich das kleine und charmante ethnografische Museum des Dorfes. In der liebevoll gestalteten Hütte werden traditionelle Werkzeuge der Hmong ausgestellt, und ich kann mich über die Geschichte der unterschiedlichen ethnischen Minderheiten Thailands informieren. Demnach sind die Hmong, die hier auch unter dem wohl als unliebsam empfunden Namen „Meo“ bekannt sind, nach den Karen das Zweitgrößte der in Thailand lebenden Bergvölker.

Foto einer Infotafel im Doi Pui Hilltribe Museum. Mit Bildern von Mädchen in traditioneller Kleidung. Ein Porträt von Hmong-Mädchen mit schwarzer Kopfbedeckung.
Foto einer Infotafel im Doi Pui Mong Hill Tribe Village Museum.

Wer sind die Hmong?
Die Hmong bilden eine der Untergruppen der Miao-Ethnie, die heute mehrheitlich in den südlichen Provinzen Chinas beheimatet ist. Die Ursprünge der Hmong lassen sich wohl bis ins Jahr 2500 v. Chr. rückverfolgen, als Vorfahren das fruchtbare Becken des Gelben Flusses in Zentralchina besiedelten und mit den Han-Chinesen koexistierten. Durch die chinesische Expansion wurden sie jedoch zunehmend in den Süden gedrängt.
Im 19. Jahrhundert schließlich begannen Hmong-Gruppen aufgrund politischer Unruhen und um mehr Ackerland zu finden, eine allmähliche Migration in Richtung Südostasien – vor allem nach Vietnam und Laos. Unter anderem als Folge des Vietnam-Kriegs expandierten die Hmong im Laufe des 20. Jahrhunderts weiter nach Thailand. Kulturell zeichnen sie sich durch ihre traditionellen Trachten, mit bunten Faltenröcken und einem Vorzug für Silberschmuck aus.

Die Populationszahlen sind weder im Museum noch im Internet einheitlich, aber wahrscheinlich leben in Thailand zwischen 100.000 und 150.000 Angehörige des Hmong-Volkes. Dieses Dorf auf dem Doi Pui ist für Tourist:innen der populärste Ort, um sich der Hmong-Kultur zu nähern. Daher ist klar, dass von urtümlichem Dorfleben – wie schon erwähnt – nur wenig zu sehen ist, zumal es weitgehend aus Gartenanlagen und Souvenirständen besteht.

Da die Bewohner:innen von den Einnahmen der Souvenir-Verkäufe direkt profitieren, habe ich dieser Art touristischer Dörfer gegenüber keine grundsätzlich ablehnende Haltung. Man bekommt die Kultur eben professionell aufbereitet, anstatt tief in sie einzutauchen. Und einige Touris haben sicher auch ihre Freude, sich in einer geliehenen Hmong-Tracht vor der Kulisse des Doi Suthep ablichten zu lassen.
Moderner Gartenbau und Tourismus statt Anbau und Abhängigkeit von Rauschmitteln. Für mich sieht das nach einem gelungenen Wandel aus.

Stand zum Verleih von Hmong-Trachten im Doi Pui Bergdorf. Angebot: Hmong Suit: 50 Baht
Miet-Trachten für das Erinnerungsfoto.

Doi Pui Hmong Village
Eintritt Dorf: frei
Eintritt Museum: 10 Baht
Eintritt Garten mit Wasserfall: 20 Baht


2. Bhubing Palast

Nach einer Stunde geht es dann weiter zum Winterpalast der Königsfamilie – dem Bhubing Palast (auch: Phu-Phing-Palast, พระตำหนักภูพิงคราชนิเวศน์), der auf dem Doi Suthep in 1350 m Höhe thront. Für mich ist dies nicht notwendigerweise das Highlight dieser Tour. Da das im Jahr 1961 errichtete Gebäude zwischen Januar und März von seinen prominenten Inhabern bewohnt wird, kann es bei meinem Besuch – es ist Februar – lediglich von Außen besichtigt und fotografiert werden. Allerdings bei striktem Selfie-Verbot.

Seitenansicht Bhubing Palast. Dachbedeckung helles Orange mit grüner Umrandung. Davor grüner Garten.
Im Winter nur von außen zu sehen: der Bhubing Palast.

Wie auch dem Buddhismus als Staatsreligion wird der Königsfamilie in Thailand eine außerordentliche Ehre zuteil – und es herrscht eine Kultur des maximalen Respekts. Majestätsbeleidigung ist kein Kavaliersdelikt und wird mit langjährigen Freiheitsstrafen belegt. Und so wird auch von Tourist:innen erwartet, ihre Fotos vor royaler Kulisse in respektvoller Manier zu schießen. Auch der Dresscode muss eingehalten werden: lange Hosen sind Pflicht und können zur Not für 20 Baht geliehen werden.

Verbotsschild am Bhubing Palast: No Selfie. Durchgestrichene Figur, die mit "Peace-Fingern" in Handy blickt. Pleae take a photo politely.

Zu der Palastanlage gehört auch ein Rundweg mit Gartenanlagen – inklusive eines mit Blütenpracht nicht geizenden Gewächshauses und eines schön ausgestalteten Wasserreservoirs. Für alle, die sich an Kulturpflanzen und Gartenbau erfreuen, ist diese Anlage sicher ein netter Ausflug. Allerdings sicher nicht der Hauptgrund, um zum Doi Suthep zu reisen.

Rundweg am Bhubing Palast. Ton-Gefäße in Dschungel-artiger Anlage mit Farnen und großblättrigen Pflanzen.
Dschungeliges Ambiente.

Bhubing Palast
Öffnungszeiten
: Montag bis Sonntag von 08:30 h bis 16:30 h (Ticketschalter: 8:30-11:30, 13:00-15:30). An Feiertagen geschlossen.
zwischen Januar und März kann man nur die Außenanlage besichtigen
Eintritt: 50 Baht


3. Tempel „Wat Phra That Doi Suthep“

Das große Highlight ist zweifelsohne der große Tempel auf 1060 m Höhe: Der Wat Phra That Doi Suthep ist das Wahrzeichen von Chiang Mai und zugleich einer der wichtigsten buddhistischen Stätten des Landes.

Der Tempel wurde im späten 14. Jahrhundert im Auftrag des Lanna-Königs Kue Na errichtet und nach dessen Regierungszeit durch seine Nachfolger weiter ausgestaltet: Es wurden weitere Schreine errichtet, Buddha-Statuen geweiht und die Chedi vergoldet. Der Begriff „Chedi“ (เจดีย์) ist das thailändische Wort für Stupa und beschriebt hügelartige Bauwerke, die im Ursprung Aufbewahrungsorte für Reliquien Buddhas sind.

Gerade die thailändischen Chedis sind häufig von sehr pompöser Erscheinung, mit typischer, spitz zulaufender Gestalt und nicht selten mit einer Menge Edelmetall versehen. Das Exemplar im Tempel Wat Phra That Doi Suthep strahlt nicht zuletzt dank seiner exponierten Lage in einem ganz eigenen Glanze.

Wat Trat Doi Suthep. Nahaufnahme der goldenen Chedi mit spitz zulaufender Form aus mehreren Stufen. Spitze der Chedi ragt weit in den blauen Himmel.  daneben goldener Sonnenschirm.
Die goldene Chedi wird von ebenso edlen Schirmen, den Chats, begleitet.

Die Legende der Entstehung
Ein Mönch aus dem Königreich Sukothai entdeckte in Pang Cha einst eine vermeintliche Reliquie Buddhas, der er magische Kräfte zusprach. Der König von Lan Na hörte von dieser Reliquie und bat den Mönch, sie ihm zu bringen. Im Jahr 1368 transportierte er die Knochen in die heutige Provinz Lamphun in Nordthailand. Dort angekommen, zerbrach sie jedoch in zwei Teile und das kleinere Stück wurde entsprechend der Vorsehung im Wat Suan Dok (ebenfalls in Chiang Mai) aufbewahrt.
Das andere Teil wurde vom König auf den Rücken eines weißen Elefanten gelegt, der in den Dschungel entlassen wurde, um einen Ort für die Aufbewahrung zu finden. Der Elefant soll den Doi Suthep erklommen, angehalten, dreimal trompetet und dann tot umgefallen sein. Dies wurde als Omen interpretiert. Der König befahl sofort den Bau eines Tempels auf dem Gelände. (Quelle: ➟wikipedia.org)

Um zu der berühmten Goldenen Chedi auf dem Doi Suthep zu gelangen, muss ich erstmal 306 Treppenstufen hinaufgehen, die von zwei drachenartigen Schlangenwesen, den Nagas, flankiert werden. Nagas beschützen den Buddha während der Meditation gemäß buddhistischer Mythologie vor Regen und dienen ferner als Hüter spiritueller Schätze.

Blick von unten auf die Naga-Treppe zum Tempel Doi Suthep. Treppe aus rotem Backstein. Geländer in Form eines grünen Drachens. Wenige Touristen und Kinder in traditionellen Trachten auf der Treppe.
Die Naga-Treppe führt zum Tempel mit der Goldenen Chedi.

Bei den in traditionellen Trachten gekleideten Kindern auf der Treppe habe ich nicht das Gefühl, dass dieses hier zum Spaß oder aus Eigeninitiative stehen. Wann immer Tourist:innen ihre Kameras unvermittelt frontal auf sie richten, drehen sie sich weg. Offenbar lassen sie sich im Auftrag organisierter Banden für einvernehmliche Touri-Fotos bezahlen. Daher ist davon eher abzuraten (Quelle: ➟thailand-rundreisen.com).
Wer die Treppe nicht hinauf laufen kann oder möchte, hat auch die Möglichkeit, für 50 Baht im Aufzug zu auf- und abzufahren.

So oder so wird der Aufstieg in vielerlei Hinsicht belohnt. Die goldene Chedi strahlt in erhabener Manier im Sonnenlicht und wird durch das kräftige Blau des Himmels würdevoll kontrastiert. Um in den Innenhof zu gelangen, aus dem die Chedi herausragt, muss ich zunächst meine Schuhe ausziehen und am Eingangstor zurücklassen. Auch hier gilt es, Respekt zu zeigen – diesmal gegenüber der Religion.

Nahaufnahme vom Smaragdbuddha im Tempel Wat Phra That Doi Suthep. Das transparente Grün schimmert. Dahinter Dächer der Temeplgebäude.
Ansehnliche Version eines Smaragd-Buddhas – vermutlich aus Jade.

Denn dies ist ein besonders heiliger Ort: schließlich soll hier eine Reliquie Buddhas aufbewahrt sein. Und so finden sich auch viele Einheimische ein, die ihren religiösen Ritualen nachkommen. Es gibt zahlreiche goldene, und zum Teil aus Jade angefertigte Statuen – daneben metallene Urnen und Behälter für Räucherstäbchen. Menschen sprechen auf Knien und mit Lotusblumen zwischen den Händen ihre Gebete und erbringen Blumen- und Räucheropfer. Das Ganze eingebettet in einen beachtlichen Besucherandrang. Meditative Ruhe in der Unruhe.

Weißer Marmor-Mönch im Tempel Wat Phra That Doi Suthep. Mönch hält ein Lotusblatt, ein Tuch und eine Schale in den Händen und um die Schulter.
Mönche aus Marmor und Gold.


Um die goldene Chedi führt ein Rundweg, den viele Besucher:innen begehen und währenddessen wiederholend Mantras chanten. Einige scheinen das Prozedere zu kennen, andere scheinen vielmehr ihrer touristischen Neugier nachzugehen. So oder so: durch die mehrfache Umrundung der Chedi wird man nach buddhistischem Glauben mit Glück beschenkt.
Ich empfinde mein Glück – wenigstens in diesem Moment – durch die Erfahrung dieser einzigartigen Komposition aus gelebter Spiritualität, historischem Glanz und der alles übergreifenden Atmosphäre der inneren Tiefe und des Respekts.

Drei Frauen knien auf dem Boden vor goldenen Buddha Statuen im Tempel Doi Suthep. Eine Frau hält eine Lotusblume zwischen den Händen vor sich.

Und schließlich erlebe ich noch den ultimativen Ausblick auf Chiang Mai, sodass ich schließlich behaupten kann, wirklich in Chiang Mai gewesen zu sein. Der Blick auf die Stadt vom Tempel Doi Suthep ist in seiner Art wohl konkurrenzlos. Allerdings ist im Februar „Burning Season“ im Norden Thailands. Farmer legen Feuer auf ihren Feldern, um diese für den nächsten Vegetationszyklus vorzubereiten. Daher ist der Blick – im wahrsten Sinne – etwas getrübt. Nicht so jedoch das Erlebnis. Der Wat Phra That Doi Suthep ist ein Ort zum Wiederkommen.

Ausblick auf Chiang Mai von Tempel Wat Phra That Doi Suthep. Sicht ist von Rauch getrübt. Bäume im Vordergrund.
Rauchschwaden über Chiang Mai.

Wat Phra That Doi Suthep
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag zu unregelmäßigen Zeiten ➜ normalerweise bei Tageslicht (~ 6:00 h – 18:30)
Eintritt: 30 Baht
Aufzug: 50 Baht (gilt hin und zurück)


Fazit

Der Besuch des Nationalparks Doi Suthep-Pui ist sicher das große Must-Do, wenn man in Chiang Mai unterwegs ist. „Wenn du nicht beim Wat Phra That Doi Suthep warst, bist du nicht in Chiang Mai gewesen“, ist häufig zu lesen. Das kann ich nach meiner Tour nur bestätigen, und davon muss ich vermutlich die wenigsten weiter überzeugen. Der Besuch des Tempels ist ein fantastisches Erlebnis und sollte bei der Gelegenheit mit einem Abstecher zum Hmong-Dorf verbunden werden. Der Winterpalast hat mich (zumindest ohne Besichtigung von Innen) nicht ganz vom Hocker gerissen – im Rahmen der Tour war er aber durchaus nice to see.
Es gibt natürlich unterschiedliche Wege, zum Doi Suthep zu gelangen. Manche werden die Gegend ohnehin mit dem gemieteten Motorrad oder Roller individuell erkunden. Für alle anderen ist die Tour mit dem Songthaew aber eine sehr günstige und entspannte Möglichkeit durch die Landschaft zu kurven. Mit frischem Fahrtwind und der Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen.


Video: Songthaew zum Doi Suthep

Weitere Quellen

  • Informationen zum thailändischen Entwicklungsprojekt „The Royal Project“➟green-trails.com
  • Ein interessanter Artikel zum Thema „Bergvölkertourismus“ auf ➟thaizeit.de
  • Offizielle Seite des Bhubing Palasts ➟bhubingpalace.com

Karte von Chiang Mai und Doi Suthep-Pui

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Hinweis: Alle in diesem Artikel beschriebenen Reisen wurden privat finanziert. Ich erhalte keine finanziellen Zuwendungen von in diesem Artikel genannten Unternehmen oder anderen Organisationen.
Bei dem Fotografieren von Menschen während ihrer religiösen Praxis habe ich bewusst einen Diskretionsabstand gewahrt und darauf geachtet, dass sie auf dem veröffentlichten Foto nicht identifizierbar sind.

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