Venedig an einem Tag: 4 Highlights für einen entspannten Städtetrip

Santa Maria della Salute im Sonnenuntergang. Orange-blauer Himmel im Hintergrund. Vorne zwei fahrende Gondeln auf der Lagune. Schriftzug Venedig oben rechts

Städtetrip nach Venedig

Stadt der Liebenden, Stadt der Sehnsucht, Stadt der Träume… Oder einfach ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Geschichte, des außergewöhnlichen Städtebaus und der farbenfrohen, nachhaltig von orientalischen Einflüssen geprägten Architektur.

Ob du Venedig nun aus kulturellem Interesse bereist, oder einfach ein, zwei schöne Tage an einem besonderen, romantischen Ort verbringen möchtest: Die Reise ist es wert. Auch und besonders, wenn du noch nach der alten Romantik suchst.

Gondeln "parken" an ihren den Pfählen in der Lagune von Venedig. Zu sehen sind ca. 10 Gondeln, die am Morgen mit blauen Planen abgedeckt sind. Darüber bewölkter Himmel.

Allerdings mit Vorbehalt: denn besonders der Stadtteil San Marco und andere populäre Sehenswürdigkeiten in Venedig sind notorisch mit Menschenmassen überfüllt. Mehr als 5 Millionen Besucher kommen jährlich für einen Städtetrip in die Lagunenstadt (Quelle: Wikipedia), deren historischer Stadtkern weniger als 50.000 Einwohner zählt. Und dennoch gibt es auch dort noch ruhige, romantische und verwunschene Ecken, die man nicht mal lange suchen muss. Mit der richtigen Strategie lässt sich hier ein entspannter Tag in einzigartigem Ambiente verbringen, ohne auf die großen Sehenswürdigkeiten in Venedig zu verzichten.

Die Strategie für Venedig an einem Tag

Vormittags Sightseeing – Nachmittags die Stadt entdecken

Für die Erkundung von Venedig an einem Tag ist es eine gute Idee, als Erstes die ganz großen Sehenswürdigkeiten am Markusplatz so früh wie möglich am Morgen zu besuchen. Markusdom und Markusturm öffnen um 9:30, der Dogenpalast um 9:00. Die Schlangen bilden und verlängern sich schnell. Für mich hat es sich ausgezahlt, nur eines dieser Highlights von Innen zu besichtigen, und dann ab 11:30 zum Mittagessen in ruhigere Gefilde weiterzuziehen – und die Atmosphäre zu genießen.

Kurz nach der morgendlichen Öffnungszeit des Dogenpalasts habe ich vielleicht 10 Minuten angestanden. Als der Markusplatz sich füllte, war ich mit der Besichtigung bereits fertig. Die meiste Zeit meines Tages habe ich vom Massentourismus kaum etwas mitbekommen. Wenn du allerdings mehrere Besichtigungen machen möchtest, werden sich Warteschlangen kaum vermeiden lassen.

Highlights & Besuchte Orte

Anreise mit dem Zug und Ankunft in Venedig

Viele Tourist:innen wohnen wegen der günstigeren Preise in dem Stadtteil Mestre auf dem Festland und machen Tagestrips per Bus oder Bahn in die Altstadt. Mit dem Zug erreichst du die Lagunenstadt am Bahnhof Santa Lucia, der sich direkt am nördlichen Ende des Canal Grande befindet. Wenn du den Haupteingang verlässt, wirst du also direkt von der einzigartigen Atmosphäre Venedigs bezirzt. Mit Blick auf die Kirche San Simeone Piccolo. Von hier aus kann es direkt losgehen. Entweder zu Fuß, oder mit dem Wasserbus der Linie 1, der hier direkt an der Haltestelle „Ferrovia“ hält und dich nach „San Marco“ bringt.

Close-up der bronze-grünen Kuppel der Chiesa San Simeone Piccolo. Auf der Kuppel befindet sich ein kleines Rondell mit Kuppel. Darauf steht eine Figur mit Fahne und Kreuz.
Am Bahnhof Santa Lucia wirst du direkt von der Kirche San Simeone Piccolo begrüßt.

An einem Tag ist es sicher kaum möglich, alles Sehenswerte in Venedig zu erkunden, ohne dass der Aufenthalt in Stress ausartet. Ich habe mich vorher ein wenig schlau gemacht und mir eine grobe Tour zusammengestellt, um sowohl die großen Highlights als auch die weniger abgetretenen und überlaufenen Stadtteile zu besichtigen. Schließlich ist gerade Venedig ein Ort, dessen Besuch man sich nicht mit allzu viel Organisation vollstopfen sollte. Lieber entspannt treiben lassen. Wie oben bereits erwähnt, morgens Sightseeing, nachmittags genießen.

Hier habe ich meine Eindrücke zu vier Highlights in Venedig zusammengestellt, die dich vielleicht auch bei deiner Reiseplanung inspirieren.

1. Im Vaporetto durch den Canale Grande und die Lagune

Der schönste Ort Venedigs ist für mich eigentlich das Wasser: die Lagune, der Canal Grande, die kleinen Kanäle. Von hier aus habe ich die beste Sicht auf alle Sehenswürdigkeiten. Eigentlich ist hier alles eine Sehenswürdigkeit für sich: die besondere Melange aus byzantinischer und gotischer Architektur, die hier irgendwann zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert entstand – dazwischen Zeugnisse aus etwas jüngeren Zeiten. Venedig hat als Ganzes einen eigenen Stil. Und doch gleicht keine Ecke der anderen.

Ich in Nahaufnahme mit blauer FFP2-Maske im Vaporetto. Im Hintergrund das Wasser des Canal Grande und eine venezianische Häuserreihe.
Stand August 2022 herrscht auf den Vaporetti, wie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Italien, weiterhin Maskenpflicht. Das tut der Freude jedoch keinen Abbruch.

Die Vaporetti (Wasserbusse) sind die Hauptverkehrsmittel Venedigs, betreut durch das lokale öffentliche Verkehrsunternehmen ACTV. Mit einer Tageskarte kannst du dich bequem und engmaschig durch die Stadt in der Lagune bewegen und alle spannenden Orte erreichen, die dich interessieren. Für mich ist die Fahrt ein Highlight für sich. Daher habe ich der Fahrt mit dem Vaporatto einen eignen Beitrag mit Videos gewidmet.

Hier möchte ich nur kurz auf die zwei wohl markantesten Bauwerke am Canal Grande eingehen.

Rialtobrücke über den Canale Grande

Ein unbedingt nennenswertes Bauwerk auf der Vaporetto-Tour durch den Canal Grande ist die Rialtobrücke (Ponte di Rialto). Sie ist zweifelsohne eine der schillerndsten Hauptsehenswürdigkeiten Venedigs. Nachdem sie im Jahr 1591 fertiggestellt wurde, um ihre drei hölzernen Vorgängerinnen zu ersetzen, herrscht sie als erste Steinbrücke Venedigs über den großen Kanal. Mit ihren 22 Metern Breite und dem eleganten Design prägt sie das Bild der geschäftigen Viertel, die sie verbindet.

An der Haltestelle „Rialto“ kannst du für einen Fotostopp oder auch für eine längere Besichtigung aussteigen. Ich selbst bin nicht auf die Brücke gestiegen, da sie grundsätzlich überfüllt ist. Der Ausblick auf den Kanal soll sich jedoch lohnen.

Definitiv eines der Highlights in Venedig: Rialto-Brücke über den Canal  bei blauem leicht bewölktem Himmel. Fotografiert von halb-rechts hinter den Pfählen, an welchen die Gondeln gebunden werden. Einige Besucher stehen auf der Brücke. Ein Boot nähert sich.
Die Rialtobrücke wurde einst als erster Fußweg über den Canal Grande im venezianischen Handelszentrums errichtet.

Die Kirche „Santa Maria della Salute“

Ein zweites besonderes Bauwerk mit einer besonderen Geschichte steht dort, wo der Canal Grande an seinem südlichen Ende in die Lagune mündet. Santa Maria della Salute wurde erst relativ spät ins Stadtbild eingepflegt, und zwar aus keinem geringeren Anlass als dem Ende einer verheerenden Pestepidemie im Jahr 1631. Fertiggestellt wurde sie im Jahr 1687, also 57 Jahre nach dem Versprechen der Venezianer, der Jungfrau Maria diese Kirche zu bauen, wenn sie erfolgreich bei der Pestbekämpfung mithilft. Gesagt, getan.
Aus meiner Sicht ist die Kirche – auch wegen ihrer exponierten Lage – sogar das prägendste Bauwerk der venezianischen „Skyline“. Wenngleich es eigentlich unerheblich ist, in Venedig noch Superlative zu verteilen.

Die Kirche Santa Maria della Salute im Sonnenuntergang von San Marco aus fotografiert. Zwei große Kuppeln ragen in den orange-gelb-blauen Himmel. Im Vordergrund das Wasser der Lagune.
Zeugnis des venezianischen Siegs über die Pest: Santa Maria della Salute.

2. Markusplatz und Besichtigung des Dogenpalasts

Das große Hauptspektakel Venedigs ist natürlich der Markusplatz (Piazza San Marco) mit den ihn umgebenden weltberühmten Hauptattraktionen und herausragenden Touristenmagneten:

  • Markusdom (Basilica di San Marco)
  • Markusturm (Campanile = Glockenturm des Doms)
  • Dogenpalast (Palazzo Ducale)
  • Porta della Carta (Pforte zwischen Dogenpalast und Markusdom)
  • Nationale Markusbibliothek
  • Uhrenturm (Torre dell’Orologio)
  • Die Kolonnaden der Prokuratien

Ich kann das nicht abschließend beurteilen, aber ich vermute, dass man mindestens einen halben Tag damit beschäftigt ist, wenn man all diese Gebäude von Innen und Außen besichtigt. Und es schlägt ins Budget, was natürlich alles eine Frage der individuellen Prioritäten ist. In jedem Fall solltest du Tickets vorher online buchen, um nicht zusätzlich für den Ticketkauf anstehen zu müssen. Die Schlangen zum Markusdom sind bereits in der Früh sehr lang (#Infos zu Eintrittspreisen und Vorab-Buchungen findest du z.B. auf hallo-venedig.com)

Weitwinkelaufnahme des Markusplatzes am bewölkten Morgen. Der Markusturm ragt hinten rechts in den Himmel. Dahinter der Markusdom. Nur wenige Menschen sind auf dem Platz.
Um 9 Uhr am Morgen ist (wochentags) noch nicht viel Betrieb auf dem Markusplatz.

Damit sich mein Tag in Venedig nicht nur auf touristische Hotspots fokussiert, habe ich entschieden, lediglich den Dogenpalast von Innen zu besichtigen. Zwar sind Dogenpalast und Markusdom architektonisch und historisch ohnehin miteinander verbunden. Aber ich muss mich dank separater Eingänge entscheiden.

Mich im Zentrum der Staatsführung und -struktur der Republik Venedig zu bewegen, und einen Einblick zu erhaschen, wie diese beeindruckende Handelsmacht über 1000 Jahre (bis zum Jahr 1797) gelenkt wurde, erscheint mir schließlich am spannendsten – und auch irgendwie mystisch.

Links der Dogenpalast am kleinen Markusplatz (Piazzetta) mit einigen Touristen.
Vor dem elegant gestalteten Dogenpalast auf der Piazzetta San Marco.

Dennoch sind natürlich auch für mich die anderen Bauwerke absolute Highlights. Es ist gar nicht so einfach, das malerische Farbenspiel des nicht an Details sparenden Markusdoms auf Kamera einzufangen. Davor stehend, wirkt das Kuppel-Ensemble mit der oberen Fassade am bewölkten Morgen wie aus einem moderneren Cartoon-Film und fast unwirklich. Halb matt, halb schillernd. Im Einklang mit den dominanten byzantinischen Elementen geht davon eine gewisse Magie aus.

Nahaufnahme von mir vor dem Markusdom. Bewölkter Himmel.
Vor verwunschener Kulisse: dem Markusdom.

Im Dogenpalast

Mit den bereits vorher gebuchten Tickets geht es recht schnell in den Dogenpalast. Um 10:00 h ist die Schlange noch überschaubar. Anstehende werden gefragt, ob sie bereits Tickets haben und somit schnelleren Zugang erhalten können. Ich warte vielleicht 10 Minuten und komme dann nach einer kurzen Sicherheitskontrolle (Metalldetektor, Taschen-Check) in das ehemalige Machtzentrum der Venezianer. Bereits der Innenhof des Palastes ist beeindruckend. Nicht zuletzt wegen des Arco Foscari der Porta della Carta, des direkt an den auch von hier aus sichtbaren Markusdom angrenzenden Tors.

Aufnahme des Innenhofs des Dogenpalasts. Rotes Mauerwerk über zwei Reihen von weißen Arkaden. Dahinter die Spitze des Markusdoms. Rechts der Arco Foscari der Porta della Carta vor dem Markusdom. Noch wenige Menschen auf dem Hof mit den zwei Brunnen.
Am Innenhof des Dogenpalasts stellt die Porta della Carta eine Verbindung zum Markusdom her.

Die gotische Gebäudearchitektur der Innenfassade des Palasts ist zwar imposant, aber vergleichsweise sachlich, wie ich finde. Der palastöse Charakter geht hier vor allem von den zweistöckigen Arkaden und Säulengängen aus.

Die volle, fast ausufernde Pracht befindet sich im Inneren – in all den Rats- und Gerichtssälen, durch die mich die Rundtour führt. Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht gesehen. Alles scheint mit Macht-zentrierten Gemälden und Goldrahmen ausgekleidet – an Wänden und Decken. Großzügig arrangierte Ratsbänke auf Podesten.

Großes klassiches Gemälde in einem Gerichtszimmer im Dogenpalast. Rechts eine hölzerner Empore mit thronenderm Justitia-Schrein.
Als Symbol des venezianischen Machtgefüges ist Justitia sehr präsent. Auch Gemälde biblischer Szenen prägen den Dogenpalast.

Wichtige Elemente in der künstlerischen und macht-symbolischen Ausgestaltung des Palastes sind freilich der allgegenwärtige Markuslöwe, heiliger Schutzpatron Venedigs, sowie Pax und Justitia: personalisierter Frieden und Gerechtigkeit geleiten die edle Venezia in erhabener Damengestalt. Daneben finden sich Elemente der römischen Mythologie wie die Götter Mars und Neptun, welche auf die offensichtliche Vorherrschaft der venezianischen Republik zu Lande und – nicht zuletzt – zu Wasser hinweisen.

Vorne unten ein Holzpodest mit Holzbänken in einem Ratssaal des Dogenpalasts. Darüber in Gold eingerahmte Wände von klassischen Gemälden mit christlicher und mythologischer Symbolik. Ganz links eine große goldene Wanduhr mit römischen Ziffern.
Einer der Ratssäle. No comment.

Die strukturelle Organisation von Räten und Senat der Republik scheint komplex. Der Palast vereint Verwaltung, Gericht und Vollzug in beeindruckender Ausgestaltung. Die Deckengemälde zeugen bisweilen vom Bezug zum Himmelsgericht. Gerecht und unbeugsam handelt Justitia im Sinne der Oligarchie und zum Schutz der Unschuldigen.

Auch und besonders zahlreiche christliche Referenzen finden sich auf den Gemälden, nicht selten mit dem herrschenden Dogen im Zentrum des Werks. So gilt wohl Christus höchstselbst als Schutzheiliger der im Konklave stattfindenden Dogenwahl, im Saal des Großen Rates (Sala del Maggior Consiglio): für viele das große Highlight im Dogenpalast, mit dem einst größten (Wand-)Gemälde der Welt.

Seufzerbrücke

Eine spezielle Erfahrung bei der Besichtigung ist der Perspektivwechsel zwischen Staatsführung und Staatsfeind. Denn auf der gegenüberliegenden Seite des angrenzenden Kanals wurde später eigens ein für Feinde der Republik vorgesehenes Gefängnis (Prigioni nuove) errichtet. Die Delinquenten konnten so direkt vom Gerichtsaal in ihr Zwangsdomizil geführt werden.

Blick durch die Fassade der Seufzer-Brücke auf die Lagune. Rechts Dogenpalast-Fassade, links die Gefängnismauern. Mittig der Kanal mit Brücke vor der Lagune.  Im Hintergund San Giorgio Maggiore.
Der Ausblick von der Brücke ist sicher kein Anlass zum Seufzen.

Der Weg dorthin führt über eine geschlossene, steinerne Brücke, die bezeichnenderweise Seufzerbrücke (Ponte dei Sospiri) genannt wird, und die etwa im Jahre 1603 fertiggestellt wurde. Für Besucher:innen bietet der Gang über die Brücke vor allem auch eine tolle Aussicht auf Kanal und Lagune. Etwas schaurig ist es aber schon.

Blick auf Seufzer-Brücke und Mauern des Gefängnisses Prigioni nouve vom Dogenpalast aus. Unten der Kanal mit grünem Wasser. .
Seufzer-Brücke (Ponte dei Sospiri) zwischen Dogenpalast und dem neuen Gefängnis (Prigioni nuove).

3. Dorsoduro – Schlendern durch Venedigs Gassen

Wie bei vielen anderen Reisezielen auch liegt der wahre Reiz Venedigs für mich nicht so sehr in den großen, gut besuchten Sehenswürdigkeiten, sondern abseits der viel zitierten „abgetretenen Pfade“. In Venedig sind sicher alle Pfade irgendwie schon abgetreten, aber an manchen Orten wurden kleinere Spuren hinterlassen.

Einer dieser Orte ist der Stadtteil Dorsoduro, der sich beim Spaziergang nach Westen hin zunehmend als eine Oase der Stille entpuppt, und der sich scheinbar einen Teil seiner Authentizität bewahren konnte.

Tipp: Ein Spritz an der Uferpromenade Zattere

Um dort hinzugelangen, empfehle ich die Fahrt mit dem Vaporetto, zum Beispiel nach dem morgendlichen Besuch des Markusplatzes von der Haltestelle „S. Marco – San Zaccaria“ aus zur Lagunen-seitigen Station Zattere. Alternativ bietet sich auch der Zugang vom Canal Grande an der Station „Accademia“ an.

Direkt nach Ankunft in Zattere kannst du an der schönen Uferpromenade vielleicht erstmal eine Pizza oder ein Glas Spritz in einem der Restaurants/Cafés genießen. Die Preise sind dort zumindest niedriger als etwa am Markusplatz – und es ist doch herrlich entspannt – mit Aussicht.

Nahaufnahme eines Glas mit Aperol Spritz. Im Hintergrund verschwommen die Promenade am Zattere-Ufer.
Spritzige Erfrischung am Zattere-Ufer.

Tipp oder Geheimtipp? Die alte Gondel- Werft

In vielen Blogs und Reiseberichten findest du die alte Gondel-Werft Squero di San Trovaso als Geheimtipp geführt, den du unbedingt aufsuchen solltest. Praktischerweise befindet sich direkt gegenüber die Osteria Al Squero, von wo aus du den Schiffsbauern mit Snack und Drink bei der Arbeit zusehen kannst. Tatsächlich ist der Ort ein toller Tipp und die Anfahrt wert – er liegt nur wenige Gehminuten von Zattere entfernt.

Allzu geheim ist er aber freilich nicht mehr: Ich selbst habe das Pech, dass die Osteria gerade urlaubsbedingt geschlossen ist. In den wenigen Minuten, als ich den Hinweis an der Tür lese, tauchen mehrere andere Touristen-Pärchen auf, die offenbar dieselbe Idee und Inspiration hatten.

Blick über den Kanal zur Werkstatt Squero di San Trovaso. Links und rechts auf dem Areal dunkle Holzhütten mit Ziegeldächern. auf dem Boden zwei Gondeln.
Die alte Godel-Werkstatt Squero di San Trovaso in Dorsoduro.

Zu der Osteria kann ich daher nicht viel sagen. Nur, dass allein die aus Holz gefertigten Werft-Gebäude in dem umgebenden Ambiente mit den schmalen Kanälen einen besonderen Charme haben, den man sonst in Venedig nicht finden wird. Und es ist ein toller Ausgangsort für einen ziellosen Spaziergang durch Dorsoduro. Nur mit einem Secret Spot solltest du vielleicht nicht rechnen.

Ziellos durch Dorsoduro

In Dorsoduro kannst du dich getrost ohne irgendeinen Plan auf den Weg machen. Alles, was es dort an Sehenswürdigkeiten gibt, begegnet dir ohnehin auf dem Weg. Und die Hauptattraktion ist sowieso die entspannt mediterrane Atmosphäre. Hier erscheint Venedig in der Fassade, wie man es sich wohl immer vorstellt. Wie aus dem Bilderbuch.

Blick über eine Kanalkreuzung im Stadtteil Dorsoduro. Häuser spiegeln sich im Wasser. Rechts eine kleine Brücke über den Kanal. Ein Mann steht auf einem Boot links im Bild.
Siesta-Zeit in Dorsoduro.

Die Mittagszeit scheint besonders geeignet, um den Stadtteil zu erkunden, wenn die Einheimischen ihre Aktivitäten runterzufahren scheinen und auch nur recht wenige Touristen den Weg hier herfinden. Ich laufe hier entlang der schmalen Kanäle mit zahlreichen kleinen Brücken und sporadisch vorbeifahrenden kleinen Booten. Ich bin oft allein in den Gassen. Alles wirkt wie in Slow Motion.

Im Vordergrund spitz zulaufende Holzpfähla am Ufer eines Kanals in Dorsoduro. Der Kanal verläuft nach hinten ins Bild in Richtung einer Backsteinbrücke und einer Kirche im Hintergrund. Links bunte Häuser, rechts ein Fußweg.
Am Kanalufer in Dorsoduro. Es ist wie leergefegt.

Die Landmarken des Stadtteils sind einige Kirchen, wie etwa die Santa Maria dei Carmini, mit ihrem frei stehenden Glockenturm, dem Campanile. Die ganze Gegend ist nicht allzu groß, und nach einem Orientierungsverlust bin ich meist auch schnell wieder an einem Ort, der mir bekannt vorkommt. All die hervorstechenden Kirchtürme helfen mir auch immer solide weiter, mich zurechtzufinden. Und wennschon. In Dorsoduro verlaufe ich mich gerne. Zur Not auch mit Absicht.

Drei Personen (Tourist:innen) laufen über eine Backsteinbrücke. Im Hintergrund die Backsteinfassade der Santa Maria dei Carmini.
Brücke zur Kirche Santa Maria dei Carmini.

Bei den Kirchen handelt es sich auch um tolle Fotomotive, und die Vorplätze der Kirchen – sofern du nicht auch ohnehin gerne Sakralbauten von Innen besichtigst – sind ebenfalls einen Besuch wert. Zumal sie das sehr enge Kanal-Gehweg-Geflecht doch etwas auflockern. Die Santa Maria dei Carmini lockert die Umgebung mit ihrer roten Backsteinfassade und den geschwungenen Giebeln zudem stilistisch etwas auf – wenn auch in gekonnter Abstimmung mit einigen umgebenden Kanalbrücken.

Weitwinkel auf bunte Häuser in Dorsoduro inklusive eines Kirchturms. Haus vorne rechts zeigt orientalische Stilelemente. Im Hintergrund eine kleine Brücke über den Kanal.
Der Campanile der Chiesa di Santa Maria dei Carmini ragt dominant empor.

Ein kleiner Geheimtipp von meiner Seite wäre der Vorplatz der Chiesa dell’Angelo Raffaele. Am Nachmittag erinnert der Platz vor dieser Kirche, deren zwei romanisch gestalteten Campanili mit den blauen Tambouren auch aus der Ferne zu erhaschen sind, an einen kleinen Dorfplatz. Es ist leer – und völlig still. An dem Platz gibt es auch ein kleines Lokal mit Terrasse. Aber zur (Nach-)Mittagszeit ist es scheinbar nicht geöffnet.

Einige Restaurants und Cafés abseits der touristischen Pfade scheinen eine gepflegte Mittagsruhe zu machen. In einem anderen Lokal in Dorsoduro zum Beispiel werde ich um ca. 14:30 auf 17:30 vertröstet.

Blick hoch zur weiß farbenen Kirche dell´Angelo Raffaele. Kirchturm ragt links in den bewölkten Himmel.
Die Chiesa dell’Angelo Raffaele in Dorsoduro ruft mittags zur Ruhe.

Tipp: Pause auf dem Campo Santa Margherita

Wer dennoch einen Kaffee, Drink oder Teller Pasta genießen möchte, wird bestimmt auf dem charmanten Campo Santa Margherita im Zentrum des Stadtteils fündig. Der Platz ist relativ groß und doch sehr beschaulich. Offenbar ist er zudem vom akademischen und studentischen Leben durch die im näheren Umkreis versammelten Gebäude der Universität Venedig (Università Ca’ Foscari di Venezia) geprägt. Dadurch fallen die Preise in den Cafés und Osterien wohl vergleichsweise fair aus.

Ich stehe mitten auf dem Platz "Campo Santa Margherita". Im Vordergrund steht eine Möwe. Hinter mir einige Menschen. Rechts ein großer Baum. Links Häuser mit Restaurantzeile.
Etwas belebter und doch chillig: der Campo Santa Margherita.

In einigen Bereichen in der Nähe der Lagunen-Promenade ist dann generell wieder etwas mehr los. Hier grenzen an die engen Kanäle geschäftige Wege mit gastronomischem Angebot, aber auch mit Boutiquen, Ateliers und wenigstens einem venezianischen Maskenladen, der in meinen ungeschulten Augen traditionsbewusste, anständige Produkte anbietet.

Rechts rote Backsteinfassade eines Hauses am Kanal (mittig). Links ein Fußweg mit Mauer zum Kanal. Im Hintergrund eine kleine Brücke. Der Kanal biegt rechts ab.
Kanal am Maskenladen Ca‘ Macana.

Nach eigener Auskunft auf dessen Website (camacana.com) bietet er zudem Venedigs älteste Workshops zur eigenhändigen Maskenherstellung an. Sicher eine schöne Option für Familien mit Kindern. Für mich persönlich ist die draußen aufgestellte Doktoren-Figur mit der mittelalterlichen Pest-Maske das Highlight dieses Shops. Dessen lehrerhafte Darstellung wirkt in den aktuellen Zeiten immer noch etwas mahnend

Nahaufnahme einer in schwarzer Robe gekleideten Doktor-Puppe vor einem Maskenladen in Dorsoduro. Der Doktor trägt einen großen Hut und eine schnabelförmige Pest-Maske. In der rechten Hand hält er einen Stab. In der Linken Hand ein Blatt mit der Aufschrift "Dottore della Peste".
Der „Pest-Doktor“ vor dem Maskenladen.

Die Ponte dell’Accademia

Für mich endet der Streifzug durch den Stadtteil an der Ponte dell’Accademia, einer Holzbrücke über den Canal Grande, die nach einer großen Gemäldesammlung in Dorsoduro benannt ist. Die Brücke ist noch recht jung (1933) und vielleicht nicht der ganz große Hingucker in Venedig. Allerdings kannst du von ihr einen fantastischen Ausblick auf das südliche Ende des Großen Kanals und die Santa Maria della Salute genießen. Aber lieber früh am Morgen. Denn auch davon wissen die meisten Tourist:innen.

Ein Boot auf dem Cabal Grande fährt unter der  hölternen Ponte dell'Accademia. Im Hintergrund die Kirche Santa Maria della Salute.
Am frühen Morgen ist noch wenig los auf der Ponte dell’Accademia.

Von der direkt anliegenden Vaporetto Station „Accademia“ mache ich mich für das Abendprogramm wieder auf den Weg Richtung San Marco. Beziehungsweise: vorbei an San Marco und weiter in den Stadtteil Castello mit dem großen Arsenal und der gleichnamigen Vaporetto-Haltestelle („Arsenale“).

4. Rund um das Arsenal und Castello

Neben Dorsoduro zählt auch Castello zu den Stadtteilen, in welchen du einige sehr ruhige Ecken und scheinbar authentisches venezianisches Lebensgefühl findest. Zudem ist der größte der sechs historischen Bezirke geprägt von dem riesigen, aus dem 12. Jahrhundert stammenden Arsenal (Arsenale di Venezia), ein Komplex von ehemaligen Werften und Rüstungsbetrieben der Republik Venedig.

Das Backstein-Haupttor zum Arsenal in Venedig. Zwischen zwei beflaggten Türmen geht eine Brücke über den Kanal. Links daneben der Eingang für Fußgänger. Vorne rechts ragt eine Laterne ins Bild.
Die Haupttore zum Arsenal: Ingresso all’Acqua  (Wasserweg) und Ingresso di Terra (links daneben) nahe der Vaporetto-Station.

Heutzutage dient das Areal als Marinestützpunkt, Forschungszentrum und Ausstellungsort während der Biennale von Venedig. Daneben beherbergt es ein Zentrum zur Erhaltung historischer Boote. Grundsätzlich teilt sich die Anlage in Arsenal Nord und Arsenal Süd. Zu Fuß spaziere ich ohne allzu viel Plan von Süd nach Nord. Dabei entdecke ich einiges erwartetes, aber auch einiges, das ich nicht erwartetet hatte. Ohne das Arsenal selbst hinter seinen Toren zu betreten.

Während der nördliche Teil prinzipiell für Besucher gegen Eintritt geöffnet ist, öffnet das südliche Arsenal nur während der Biennale (Quelle: commune.venezia.it). Als ich in den Abendstunden am Eingang zum Arsenal Nord stehe und nach dem Eintrittspreis frage, sollen es 25 € sein. Da auch nur noch eine Stunde geöffnet ist, entscheide ich mich dagegen.

Das Nordtor zum Arsenal in Venedig. Im Vordergrund das Wasser der Lagune. Rechts hinten die Porta Nuova mit Backsteintor. Links daneben Ausstellung der großen weißen Arme, die sich in einer Allee-Formation die Hand reichen. Links vorne sitzt ein Pärchen auf einem Bootssteg.
Die weißen Hände („Building Bridges“ von Lorenzo Quinn) an der Porta Nuova waren Teil der Biennale Kunstausstellung 2019.

Dennoch lohnt sich der abendliche Ausflug zum Arsenal unbedingt. Einerseits wegen der mächtigen Backstein-Kulisse, die von Mauerwerk und Türmen geschaffen wird, andererseits – und fast noch viel mehr – durch die beschauliche Umgebung, in die das Arsenal eingebettet ist.

Biennale Arte

Zudem ist 2022 Biennale-Jahr. Auf meinem Streifzug durch Castello – irgendwo zwischen Arsenal Süd und Arsenal Nord – stoße ich auf einige Ausstellungsorte der Biennale Arte: Installationen internationaler Künstler:innen. Im Jahr 2022 zum Thema „The Milk of Dreams“ – in weitesten Sinn geht es um Metamorphosen zwischen den Domänen des Lebens. In einigen Seitengassen des Areals finde ich kleine Ausstellungsräume. Zeitgenössische Installationen, die mich durchaus fesseln. Ich bedaure, dass ich dafür nicht etwas mehr Zeit mitgebracht habe.

Dunkler Kunstausstellungsraum der Künstlerin Mugi. Es hängen animalische Skulpturen von der Decke: chromfarbige, gefüllte Säcke in Form von abstrahierten Würmern, Hühnern und anderem. Im Hintergrund sitzt ein entsprechend gestalteter Mensch auf einer Art Thron.
Installation der mongolischen Künstlerin Munkhtsetseg Jalkhaajav (alias Mugi) auf der Biennale 2022: „A journey through vulnerability“.

Arsenal und Ausstellung erstrecken sich weit durch den Stadtteil Castello. Zwischendurch durchquere ich eine belebte Fußgängerzone, gefolgt von ruhigen Seitenkanälen, über welchen ordnungsgemäß Wäsche auf Leinen hängt. Ein dynamischer Wechsel zwischen Lebensgefühl, Tradition, Geschichte und avantgardistischer Moderne. Du solltest hier auf jeden Fall immer mal einen Abstecher in eine der Seitengassen wagen. Irgendetwas Besonderes wartet hier an jeder Ecke.

Blick entlang eines Kanals im Stadtteil Castello mit dem Wasser rechts im Bild, links ein Fußweg. Dazwischen Holzpfähle im Wasser. Rechts oben hängen Handtücher an einer Leine über den Kanal.
In Castello hängt die Wäsche noch über Gassen und Kanälen.

San Pietro di Castello

Mich führt der Weg schließlich zu der kleinen östlichen Insel San Pietro di Castello, die über zwei Brücken mit der Gegend rund ums Arsenal in Verbindung steht. Auch hier gibt es spannende Ausstellungsräume. Grundsätzlich aber ist es ein sehr idyllischer Ort. Es gibt eine große, gleichnamige Basilika mit einem (scheinbar?) schiefen Glockenturm. Diese Basilika war einst die Kathedrale des Patriarchats Venedig, bis der Markusdom diese Funktion ab 1807 übernahm.

Blick über den Kanal nach San Pietro di Castello. Auf dem Waser liegen kleine Boote. Dahinter Wohnhäuser-Reihe. Links ragt der Kirchturm schräg in den blauen Himmel. Rechts die Kuppel der Basilika.
San Pietro di Castello wirkt wie ein kleines Fischerdorf.

Im kleinen Park vor der Kirche kann man von Bänken aus auf das Arsenal schauen und die Seele fernab des Trubels baumeln lassen. Drumherum finde ich ein verschlafenes Wohngebiet und Bootsanleger am Kanal zwischen den Brücken. Auch hier stoße ich in kleinen Hallen auf spannende Biennale-Ausstellungen: mit Fruchtbarkeit gefüllte Glasgefäße in Form von Spermien, welche die erfolgversprechende Interaktion von Fest und Flüssig, von Land und Wasser symbolisieren sollen. Ein Verweis auf Geschichte und Architektur der Stadt.

Zum Sonnenuntergang kommt Urlaubsatmosphäre auf. Ich drehe gleich zwei Runden auf dem Inselchen. Ein schöner Abschluss meiner Venedig-Tour…

Sonnenuntergang über Venedig

…noch nicht ganz. Denn zu einem ordentlichen Venedig-Besuch gehört auch ein ordentlicher Sonnenuntergang. Hier findest du in den Blogs einiges an Tipps und Geheimtipps. Ich persönlich bin von der fantastischen Aussicht auf der BrückePonte San Biasio delle Catene“ begeistert. Von hier aus siehst du die Sonne direkt hinter dem Markusdom verschwinden und hast einen tollen Blick auf das Farbenspiel des Himmels über der Salute-Kirche und der gegenüberliegenden Insel San Giorgio Maggiore. Und damit ist der Rundgang durch die Stadt der Liebenden nun wirklich abgerundet.

Sonnenuntergang über dem Markusplatz. Der Markusturm ragt in den bewölkten, orangefarbigen Himmel. Von Dogenpalast und Markusdom sind die Silhouetten sichtbar. Links vorne eine Laterne.
Romantischer Sonnenuntergang über San Marco.

Gondelfahrt – Ja oder Nein?

Natürlich gehören die Gondeln zu Venedig wie das Wasser, auf dem sie schippern. Und nach wie vor sind sie überall sichtbar – vor allem als Touristenattraktion. Für mehr oder weniger romantische Ausflüge auf den Kanälen. Ich selbst habe keine Gondel gebucht. Schlicht aus dem Grund, dass es sehr kostspielig (pro Gondel für max. 6 Personen mindestens 110 €/ 30-35 Minuten) ist, und ich mich mit dem Vaporetto gut und eindrucksvoll transportiert fühle. Dennoch sprechen viele Kenner von einer einzigartigen Erfahrung. Es ist am Ende also wieder eine Frage der Prioritäten, und des Budgets.

Drei Gondeln auf der Lagune von Venedig im Sonnenuntergang. Zwei Gondelführer sind zu sehen. In zwei Gondeln sind Touristengruppen zu sehen. Rechts im Hintergrund die Kirche Santa Maria della Salute.
Romantisch und Instagramable: die Gondelfahrt in Venedig.

Fazit

Natürlich würde eine Reise nach Venedig irgendwann für mich anstehen. Denn ich mag nicht nur schöne, sondern auch ungewöhnliche Orte. Unter „ungewöhnlich“ verstehe ich vor allem auch Orte, die nicht immer auf den üblichen Reiseplänen stehen. Für die es noch keine Hochglanz-Fotos gibt, und die nicht Millionen von Tourist:innen jährlich anlocken.

Auf Venedig treffen meine Kriterien wohl kaum zu, außer dass es dann eben doch ein ungewöhnlicher Ort ist. In diesem Fall kommen auch genau deswegen so viele Besucher in die Stadt. Eine Stadt am Wasser. Eine Stadt im Wasser. Das ganze geschmückt mit mediterraner Alltagskultur, der allgegenwärtigen Kombination aus dauernder Hektik und scheinbarer Unbekümmertheit. Definitiv ungewöhnlich. Einzigartig. Ich war überrascht, wie viel Raum es dann doch gibt, um in dieser vom Massentourismus geprägten Stadt auf authentisches Leben und die allseits beschworene Romantik zu treffen.

Ich weiß nicht, ob ich nochmal wiederkommen werde. Doch dann wüsste ich auch, wohin es mich direkt ziehen wird. Die populären Hotspots habe ich ja jetzt gesehen.

Einige Dinge, die du über Venedig wissen solltest

Die Einwohner Venedigs kämpfen um ihre eigene Identität. Infolge des zunehmenden Massentourismus und hoher Preise sind bereits viele, vor allem junge Venezianer abgewandert, und die Stadt wird von Besuchern dominiert. Erst kürzlich fiel die Einwohnerzahl in der Altstadt unter 50.000, was Aktivist:innen zu mahnenden Kampagnen bewog. Auch politische Initiativen sollen die Lage beruhigen. Dies soll nicht bedeuten, dass man Venedig gar nicht mehr besuchen sollte. Jedoch aber mit Bedacht, und vor allem mit Respekt.

  • Steuer: Ab Januar 2023 wird eine Touristensteuer (quasi eine Kurtaxe) von 3-10 € für Tagesgäste fällig.
  • Preise: Das Preisniveau ist in Venedig an das hohe touristische Aufkommen angepasst. Wie andernorts auch sind besonders die Lokale an den Sehenswürdigkeiten (Markusplatz) hochpreisig. Bei günstigen Preisen auf der Speisekarte kommt oft noch zusätzlich der Preis für das Gedeck (Coperto) und eine Servicegebühr hinzu. Daher ist es ratsam, sich je nach Budgetplan genauer anzuschauen, wo man trinkt und speist.
  • Unterkunft: Auch Hotels und Hostels sind in Venedig recht teuer. Viele Besucher:innen, wie auch ich, weichen daher auf den Stadtteil Mestre auf dem Festland aus. Immer noch nicht billig. Aber günstiger als in der Altstadt. Mit dem Zug reist du von dort in 10 Minuten an.
  • Respekt: Es ist verboten, sich in Venedig auf den Boden setzen – das gilt auch für Treppenstufen auf den Brücken.
  • Reisezeit: Es wird generell geraten, Venedig u. a. wegen des hohen Besucheraufkommens eher nicht im Sommer zu besuchen, und lieber auf die Nebensaison (Frühling und Herbst) zu setzen. Wenn es deine Urlaubsplanung nicht anders erlaubt, kannst du dir dennoch eine schöne Zeit im sommerlichen Venedig machen. Dann solltest du eben besser früh aufstehen, und das Budget im Blick haben.

Weitere Quellen

Hinweis: Alle in diesem Artikel beschriebenen Reisen wurden privat finanziert. Ich erhalte keine finanziellen Zuwendungen von in diesem Artikel genannten Unternehmen oder anderen Organisationen.

Foto Credits: Anika Wiegard

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