Meine Highlights in Peking – eine Tour durch Chinas Hauptstadt

Peking - Verbotene Stadt

Peking ist nicht nur Hauptstadt, sondern auch das Fenster zur Kulturgeschichte Chinas. Allein die Verbotene Stadt verzaubert jährlich Millionen von Besucher:innen. Und es gibt noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten in dieser einzigartigen Metropole, die es durch ihre Summe und Größe fast unmöglich machen, bei einem einzigen Besuch alle Schätze zu erkunden. Und dennoch: Einen Versuch ist es immer wert!

Sunset over Beijing White Pagoda East Rail Stories

Ankunft in Peking

Für viele Flugreisende ist Peking sicher das Erste, was sie vom Reich der Mitte sehen. Bei meinem ersten Besuch der chinesischen Hauptstadt reise ich mit der Transmongolischen Eisenbahn an. Einen aufregenderen Weg der ersten Einreise in China kann ich mir kaum vorstellen: In mehr als 24 Stunden im Tag- und Nachtzug durch die Wüste Gobi und den nicht minder spannenden Norden Chinas.
Der Endbahnhof der Transmongolischen Route ist der Bahnhof Peking (北京站), dienstältester und am zentralsten gelegener der drei großen Fernbahnhöfe der Stadt. Es ist voll und laut. Mir gefällt das allgemeine Gewusel.
Aber das im Jahr 1959 fertiggestellte Gebäude scheint bei dem aktuellen Fahrgastaufkommen an seine Kapazitätsgrenzen zu kommen. Um aus dem Gebäude hinauszugelangen, muss ich mich in einer Schlange einreihen und mein Zugticket herauskramen. Ticketcheck am Ausgang. Sicherheits- und Kontrollkonzepte an Orten des öffentlichen Nahverkehrs sind prägend beim Reisen in China.

Beijing Railway Station. Ansicht vom Vorplatz.
Wer mit der Transmongolischen Eisenbahn anreist, erreicht die Hauptstadt am Bahnhof Peking (北京站).

Gegenüber den mächtigen Neubauten des West- und des Südbahnhofs empfängt der Bahnhof Peking die Besucher mit traditionellen Elementen chinesischer Architektur. Ein toller Ort, um in ein Abenteuer im Reich der Mitte zu starten. Mittlerweile habe ich China und Peking mehrfach bereist und mich jedes Mal im Red Lantern House in der westlichen Altstadt (Xicheng, 西城区 ) eingenistet. Mein Tipp besonders für die Reise nach China. Man lebt in einer authentischen traditionellen chinesischen Wohngasse (Hutong,  胡同) und wird mit einem farbenprächtigen Interieur, einer Komposition aus roten chinesischen Lampions begrüßt. Und einige der Hauptattraktionen wie der Beihai Park, die Verbotene Stadt und weitere Highlights in Peking sind fußläufig zu erreichen.

1. Beihai Park – Kultur und Meditation im historischen Zentrum

Am Rande der Hutongs der nordwestlichen Altstadt befindet sich der Ort, der für mich zum emotionalen Mittelpunkt der Stadt geworden ist. Mein erster Anlaufpunkt bei allen Reisen nach Peking. Der Beihai-Park ( 北海公园) bietet beinahe alles, was mich am chinesischen Kulturerlebnis begeistert. Eine riesige, gepflegte Gartenanlage, die drei ineinander fließende Seen einbettet, mit harmonisch integrierten Tempelgebäuden und Pavillons, die in ihrer einzigartigen Farbenpracht zum meditativen Verweilen einladen. Besonders sehenswert und besonders sichtbar ist die alles überragende Weiße Pagode (白塔寺), eine lamaistische Stätte im Zentrum der Jade-Insel, die den nördlichsten der drei Seen schmückt.

Der Beihai-Park ist der Ruhepol meiner 10 Highlight in Peking. Blick von einem Pavillon aus. Hängende Weidenäste ragen ins Bild.

Die Pagode wurde an jenem Ort erbaut, an dem Kaiser Kublai Khan einst Marco Polo, den Urvater der Backpacker, empfing. Ein Fest für Reise-Nerds. Es lohnt sich, den Park sowohl am Morgen, als auch am frühen Abend zu besuchen. Eigentlich lohnt es sich immer. Genug zu sehen und zu erleben gibt es. In der Früh treffen sich Menschen, um gemeinsam zu singen, zu tanzen oder sich sportlich-meditativen Übungen zu widmen.

Seniorinnen und Senioren betreiben Tai Chi mit Schwertern in den Händen. Im Hintergrund eine rote Mauer und ein Betonlöwe.
Im Beihai-Park kommen Senior:innen für gemeinsame Tai Chi-Übungen zusammen.

Die Jahrtausende alten Meditations- und Kampfkunst-Formen des Qigongs und Tai Chis (Taijiquan) werden in China in zahlreichen Parkanlagen und an öffentlichen Plätzen unter freiem Himmel ausgeübt. Meist ältere Menschen kommen zusammen und bereiten auch dem Betrachter eine Atmosphäre der Balance und Entspannung.

In den Pavillons am nördlichen Rand des Parks finden sich Menschen zu choralen Gesängen ein. Eines Morgens komme ich in den Genuss, und erlebe, wie ein leitender Akkordeonspieler die zahlreichen Anwesenden mit einem ausgedehnten Intro einheizt, und diese schließlich einen wohlklingenden Gassenhauer anstimmen.

Chor-Gesänge in den Fünf-Drachen Pavillons (五龙亭) im nördlichen Beihai-Park.

Infolge dessen spricht mich ein am Rande des Geschehens stehendes Ehepaar an und fragt mich, wo ich herkomme. Das auf chinesengleutsch geführte Gespräch läuft darauf hinaus, dass mir die beiden auf Chinesisch das Zählen von Eins bis Zehn beibringen – inklusive der jeder Zahl zuzuordnenden Handzeichen: yi (一), er (二), san (三), si (四), wu (五), liu (六), qi (七), ba (八), jiu (九), zhi (十). Eine praktische Lektüre, denn sollte es etwa an der Kasse an der unzureichenden Aussprache scheitern, so weiß ich mir nun mit eindeutigen Zählzeichen zu helfen. Die Hand- und Fingerformationen orientieren sich an den entsprechenden chinesischen Symbolen.

Aufnahme einer Tempelanlage im Beihai-Park. Im Vordergrund Felsen. Eine Frau sitzt auf einer Bank.
Im Beihai-Park in Pekings Altstadt laden Gärten, Seen, Pagoden, Tempel zum Entspannen ein.

Leichter als man denken würde. An Orten wie diesem komme ich in China schnell mit Menschen in Kontakt. Der Beihai-Park ist eine touristische Sehenswürdigkeit, und als offensichtlich ausländischer Gast wecke ich schnell das Interesse von Menschen, die mich zum Smalltalk bitten, mir ihre Stadt vorstellen oder einfach nur ein gemeinsames Selfie machen möchten.

Blick entlang der Neun-Drachen-Wand im Beihai-Park. Die Drachen ragen aus blauem Hintergrund hervor.
Die kaiserliche Neun-Drachen-Wand schützt vor ungerufenen Geistern und Blicken.

Mein Tipp im Beihai-Park

Für das umfassende, kulturelle Erlebnis empfehle ich, früh zu starten und einen ganzen Vormittag für den Beihai-Park einzuplanen. Du betrittst den Park am Nord-Eingang (North Gate) und spazierst entlang des nördlichen Sees (Qianhai, 前海) bis zur Jade-Insel mit der Weißen Pagode. Zum anschließenden Mittagessen finden sich zahlreiche Möglichkeiten in den umliegenden Hutongs. Eine Beihai-Tour lässt sich wunderbar mit einem Besuch der naheliegenden Verbotenen Stadt und dem Jingshan-Park kombinieren.

Besuchst du den Park am Nachmittag oder Abend, empfehle einen Abstecher zu dem im Norden angrenzenden Houhai-See (后海). Hier findest du zahlreiche Restaurants, Teehäuser, Bars und ein reges Nachtleben.


Adresse: No. 1, Wenjin Street, Xicheng District, Beijing
Anreise: U-Bahn Linie 6 bis Beihai North Station (北海北站). Verlasse die Station über Exit B und laufe 5 Minuten nach Osten zum „North Gate“.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Apr. – Okt.: 6:30-21:00 (letzter Einlass um 20:30) – 10¥ Nov. – März: 6:30-20:00 (letzter Einlass um 19:30) – 5¥ Die Gärten und Höfe schließen mitunter früher.


2. Die Pekinger Hutongs

Als ich ich Jahr 2016 das erste Mal China bereise, habe ich das Glück, intuitiv eine Unterkunft im „Alten Peking“ gebucht zu haben. Im Stadtteil Xicheng (西城区) bin ich direkt in die authentische, traditionelle Lebenskultur eingebettet. Gewiss mit modernem Anstrich. Aber wie ich höre und lese, hat sich der traditionelle Kern des urbanen Wohnens und Lebens in gewissen Vierteln ein Stück weit bewahren lassen.

Blick in einen Pekinger Hutong. Im Vordergrund zwei Frauen in weißer Kleidung, die ihre Fahrräder schieben. Daneben ein kleiner Hund.
Die charakteristischen grauen Häuser in den Pekinger Hutongs sind unverkennbar.


Prägend für den Norden Chinas, so auch für Peking, sind jene traditionellen Wohnquartiere in Form enger Gassen mit einstöckigen grauen Wohnhäusern und Hinterhöfen. Die flache Bauweise liegt darin begründet, dass während der kaiserlichen Regentschaft kein Gebäude in seiner Höhe über den Kaiserpalast (d.h. die Verbotene Stadt) hinauszuragen hatte.

Geschäftstreiben im Pekinger Hutong. Ein Gemüsestand. Lasten-Motorräder. Menschen, die sich unterhalten.
In den Hutongs in den historischen Shichahai (什刹海)- Vierteln erlebt man authentisches Straßenleben des „alten Pekings“.

Diese Hutongs (什刹海) gehören schon aufgrund ihrer Authentizität zu den großen Highlights in Peking. Im Laufe der jüngeren wirtschaftlichen Entwicklungen sind sie jedoch zunehmend modernen Bauprojekten zum Opfer gefallen. Von den mehr als 3000 Hutongs Mitte des 20. Jahrhunderts sind heute kaum mehr als 1000 übrig. Dennoch muss man nicht lange suchen, um die Atmosphäre dieser ursprünglichen, und für diese Stadt so typischen Wohn- und Geschäftsgebiete erleben zu können.

Ein Mädchen im Pekinger Hutong betritt einen Laden.


Wenn auch einige der Hutongs gebietsweise einen starken touristischen Anstrich zeigen, finde ich bei meinen Streifzügen immer auch ruhigere Ausläufer, in welchen sich die Geschäftigkeit in den Gassen auf Gemüse- und Kleinwarenhandel fokussiert.
Ebenso wie der Besuch des Beihai-Parks gehören Spaziergänge durch die Hutongs zum absoluten Pflichtprogramm bei meinen Aufenthalten in Peking. Noch ein kleines Stück des ursprünglichen Chinas erleben, wie man es sich früher wohl vorgestellt hat.

Vier rote Laternen leuchten am Abend über der Straße hängend im Pekinger Hutong.

Zwar sind die Fahrräder Elektrorollern gewichen, die Lampions werden sicher elektrisch betrieben, und in den Geschäften wird mit dem Smartphone bezahlt.
Dennoch fühlt es sich hier nicht an, wie in den Zentren anderer Großstädte. Ich spüre den Gemeinschaftssinn der Anwohner. Man kennt sich, man vertraut sich, so scheint es. Enges Passanten- und Rollergedränge, Tomatenhandel an der Fensterbank, Garküchen und die Bescheidenheit des Alltagslebens.

Außenansicht eines Restaurants mit offenen Türen und Fenstern im Hutong. Rechts traditionelle Gemälde, die die Zubereitung von Hefeklößen (Baozi) zeigen.
Authentische Küche findet sich in den Hutongs rund um den Houhai-See. Dieses Lokal bietet gefüllte „Hefeklöße“ (Baozi, 包子) und frittierte Leber (炸肝) an.

Glockenturm und Trommelturm

Unweit des Houhai-Sees und eingebettet in die Hutong-Landschaft von Shichahai befinden sich zwei historische Urgesteine aus dem 13. Jahrhundert, die über sechs Jahrhunderte und drei kaiserlichen Dynastien hinweg der tüchtigen Bevölkerung als Zeitgeber dienten. Ein typisches chinesisches Ensemble, das in ähnlicher Form auch in anderen großen Städten des Landes zu finden ist. Die einander wachsam gegenüberstehenden Glocken- und Trommeltürme. Vielleicht weniger wachsam, denn vielmehr er-wachsam. Der Glockenturm läutete einst den Morgen ein, während das aus dem Trommelturm schallende Trommelspiel die Dämmerung kommentierte.

Anders als etwa ihre Pendants in Xi´an fallen die Pekinger Türmer durch ihre uneinheitliche Erscheinung auf. Jedenfalls farblich. Heutzutage werden die Trommeln zur Vorführung oder bei Feierlichkeiten gespielt. Seit dem Ende der letzten kaiserlichen Dynastie im Jahre 1911 sind die Türme nicht mehr im regulären, zeitgebenden Betrieb und dienen vor allem als Sehenswürdigkeit und als Ort der freizeitlichen Erholung. Auf dem Platz ist einiges los. Spielende Kinder, Skater, Selfie-Akrobaten, neugierige Touristen.


Mein Tipp in den Hutongs

Für kurze Aufenthalte in Peking empfehle ich eine Unterkunft in der nordwestlichen Altstadt (Xicheng). Einige der Hostels befinden sich in den typischen Häusern mitten im Hutong und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß oder mit kurzen U-Bahn-Fahrten schnell erreichbar. Touristisch erschlossen sind Teile der Hutongs im Shichahai-Areal, rund um den Houhai-See. Die Gegend westlich des Sees ist meines Erachtens etwas ruhiger als die östlich gelegenen Hutongs (z.B. der Nanluoguxiang Hutong). In letzterem findest du dagegen eine Vielzahl an tollen Restaurants und Garküchen mit authentischen Gerichten.

Im Dunkeln beleuchten vier rote Laternen die Straße im Hutong.
Nächtliche Atmosphäre in den Shichahai-Hutongs.

Die Türme befinden sich innerhalb der nördlichen Altstadt und lassen sich an einem entspannten Tag wunderbar mit einem Hutongspaziergang und dem Besuch des Beihai-Parks verbinden. Nach einem Besuch am Nachmittag lädt das pulsierende Restaurantviertel am Houhai-See für die Abendgestaltung ein. Ich persönlich kaufe mir gerne eine Variation der vielfältig angebotenen kandierten Früchte am Stiel (Tanghulu, 糖葫芦) und mache mich am frühen Abend auf meine Wanderschaft durch diese angenehm belebte Ecke der Stadt.

Für Eindrücke aus den Hutongs der 1980er Jahre empfehle ich einen Besuch des Bamboo Blogs.


Anreise zum Nanluoguxiang Hutong: U-Bahn Linie 6 oder 8 bis Nanluogu Xiang (南锣鼓巷). Verlasse die Station über Exit E und laufe in nördliche Richtung. Eintrittspreise zur Turmbesichtigung: Glockenturm: 15¥, Trommelturm: 20¥, Kombiticket: 30¥
Öffnungszeiten: 09:00 bis 17:00 Trommel-Shows: 09:30, 10:00, 11:30, 13:30, 14:30, 15:30, 16:45

3. Yonghe-Tempel/ Lamatempel

Mein besonderer Tipp unter den Highlights in Peking ist der Yonghe-Tempel (Yonghegong, 雍和宫) im Nordosten der Altstadt. Dieser Tipp ist zwar nicht wirklich geheim, doch findet er sich vielleicht nicht auf allen Must-See-Listen von Peking-Reisenden wieder. Immerhin handelt es sich um das wohl größte Lamakloster Chinas, und besonders für Erstbesucher des Landes und für kurze Aufenthalte in Peking oder Nordchina ist der Tempel eine tolle Gelegenheit, einen Hauch tibetisch-mongolischen Buddhismus zu erleben. Ebenso wie einen Hauch des Rauchs, der hier gegenwärtig ist.

Menschen betreiben Räucherrituale mit Räucherstäbchen im Lamatempel.

Räucherstäbchen sind Teil eines zeremoniellen Reinigungsrituals und werden abschließend in mit Sand gefüllten Bronzekesseln und -urnen gesammelt. Ursprünglich diente die im Jahre 1694 erbaute Anlage als kaiserliche Residenz, die ein halbes Jahrhundert später in den heutigen Lamatempel umfunktioniert wurde. Eine Pekinger Tradition zu Zeiten der Qing-Dynastie, um die Gebäude nach dem kaiserlichen Ableben weiterhin mit einer höheren Bedeutung zu dekorieren. Zudem auch ein politischer Schachzug des mächtigen Kaisers Qianlong, um den geistlichen Adel um sich zu scharen und die Region zu stabilisieren.

Ein Bronzekessel vor einer Halle des Lamatempels. Daneben ein grüner Nadelbaum.

Unabhängig davon, ob du dich für Kulturgeschichte, traditionelle chinesische Architektur oder buddhistische Kunst interessierst, oder ob du einfach eine einzigartige Atmosphäre genießen möchtest. Der Yonghe-Tempel ist einen ausgiebigen Besuch wert. Von den Buddha-Statuen in den Hallen geht eine besondere Faszination aus. Das Highlight ist sicher der Buddha Maitreya: mit einer Höhe von 18 Metern ein besonders prächtiges Geschenk des 7. Lamas an den damaligen Kaiser. Zwischen den Hallen, beim Spazieren durch die gepflegten Höfe, kannst du die heilvolle Stimmung einfangen, die besonders von den Ritualen vor den Hallen ausgeht.

Zwar finden sich hier bei meinem Besuch im Jahr 2016 zahlreiche Touristen ein, doch sind viele offenbar auch wegen der zentralen religiösen Bedeutung dieses Ortes hier. Das Entzünden der Räucherstäbchen und dessen Ausrichtung in die Himmelsrichtungen erscheint mir authentisch, es ist ruhiger als bei anderen Pekinger Sehenswürdigkeiten. Ich empfinde es als eine besondere Gelegenheit, zu Beginn meines ersten Peking-Besuchs direkt mit Entspannungsfaktor in die umfassende Erkundung dieser sonst eher hektischen und lauten Megapole zu starten.

Ein Mönch vor einer Tempelhalle.

Mein Tipp im Lama-Tempel

Der Yonghe-Tempel befindet sich unweit anderer Sehenswürdigkeiten (drei Metro-Stationen von den Glocken- und Trommeltürmen) der nördlichen Pekinger Altstadt. Der Konfuzius-Tempel ist nur einen Steinwurf entfernt. Ich hatte einen tollen Vormittag bei einer kombinierten Tour durch beide Tempelanlagen, mit jeweils etwa zwei Stunden Aufenthalt. In der Nähe buddhistischer Tempel befinden sich zudem häufig vegane Restaurants, die von den ansässigen Mönchen frequentiert werden.

So fand ich auch in dem umgebenden Hutong fantastische Möglichkeiten, in den Genuss pflanzlicher Hot Pots und anderer Leckereien zu kommen. Ich empfehle diese Erfahrung ausdrücklich auch interessierten Nicht-Veganer:innen, denn die fernöstliche Kunst der Zubereitung von „Fleischersatz“-Speisen spielt in einer anderen kulinarischen Liga als europäischer Gummiseitan und Geschmacks-neutralisierte Grünkernbratlinge. Eine Erfahrung für sich!


Anreise: U-Bahn-Linie 2 oder 5 bis Yonghegong Station (Yonghe Temple, 雍和宫站). Verlasse die Station über Exit E und laufe einige Meter in südliche und dann in östliche Richtung.
Eintrittspreis: 25¥
Öffnungszeiten: Apr. – Okt.: 9:00 – 16:30, Nov. – März.: 9:00 – 16:00

4. Konfuziustempel

Nur einen kurzen Fußweg vom Yonghe-Tempel entfernt befindet sich der Konfuziustempel (孔庙). Jeder kennt den Namen Konfuzius (孔夫子, Kong Fuzi) wenigstens aus jener philosophesken Ankündigung von leicht verdaulichen Alltagsweisheiten: „Konfuzius sagt:..“. Und, was sagt er? Wer ist er? Wer war er? Der Name („Lehrmeister Kong“) deutet bereits an, dass es sich um einen Gelehrten gehandelt haben muss.

Tatsächlich spielt Konfuzius eine zentrale Rolle im chinesischen Bildungs- und Kulturverständnis. Fernöstliche Konzepte der hierarchischen Ordnung, familiärer Loyalität und Pietät, der Verantwortung des Einzelnen für das Gesellschaftswohl sind auf seine Lehren und Überlieferungen zurückzuführen.

Eine Konfuzius-Statue vor der Eingangshalle zum Konfuziustempel.
Konfuzius wacht weise über seinen Tempel.

Bildung als zentrales Werkzeug gegen Diskriminierung. Seine ethischen Weisungen stammen wie der Gelehrte selbst aus dem 5. und 6. Jahrhundert vor Christus. Er lebte und wirkte dreihundert Jahre vor der Gründung der ersten Dynastie des chinesischen Kaiserreichs, der Quasi-Gründung eines vereinten Chinas. Wanderlehrer, Beamter, Justizminister 
Wer sich über Konfuzius´ bewegte Lebensgeschichte und seine Lehren informieren möchte, findet im Pekinger Konfuziustempel eine tolle Gelegenheit. Bei meinem Besuch halte ich mich sehr lange im Museumsbereich auf und verschlinge die englischsprachigen Infotafeln, die in eine Ausstellung von geschmackvollen Exponaten eingebettet sind. Daneben genieße ich vor einer der Tempelhallen eine konfuzianische Tanz-Show.

Nahaufnahme einer Konfuzius-Skulptur. Er liest in einer Schriftrolle.
Konfuzius mit Schriftrolle.

Mein Tipp im Konfuziustempel

Wenn du dich für die historischen Details interessierst, solltest du zwei bis drei Stunden Zeit einplanen. Neben den Weisheiten des Meisters wird dessen Geschichte übersichtlich und doch ausführlich dargestellt. Der Besuch des Konfuzius-Tempels lässt sich innerhalb eines Vormittags wunderbar mit dem Lamatempel und einem Hutong-Spaziergang kombinieren.

In roten Roben gekleidete Tänzerinnen halten schwertartige rote Kreuze mit Federn in die Luft.
Tanzshow im Konfuzius-Tempel.

Anreise: Bahn-Linie 2 oder 5 bis Yonghegong Station (Yonghe Temple, 雍和宫站). Verlasse die Station über Exit G und laufe einige Meter in südliche (Yonghegong Straße, 雍和宫大街) und biege in die Guozijian Straße (国子监街) ein.
Eintrittspreis: 25¥
Öffnungszeiten: Apr. – Okt.: 9:00 – 16:30, Nov. – März.: 9:00 – 16:00

Confucius thinks that „benevolence“ comes from „filial piety“, and that „piety“ is based on the equality of parents and children concerning human dignity. This means the existence of „a merciful father, a dutiful son, a friendly elder brother and a respectful younger brother, a righteous husband and a loyal wife.“ He opposes both the one-way obedience of children to their parents and the one-way commanding of parents to their children.

Von einer Infotafel im Konfuziustempel Peking

5. Himmelstempel

Eines der wohl bekanntesten optischen Wahrzeichen Pekings befindet sich im Süden des Pekinger Stadtzentrums. Der im frühen 15. Jahrhundert errichtete Himmelstempel (天坛) diente den Kaisern der Ming- und Qing-Dynastien als Ort der Himmelsanbetung. Das prominenteste Gebäude auf dem Tempelgelände ist die Halle des Erntegebets (祈年殿), ein Stupa-ähnlicher runder Holzrahmenbau mit dreifachem Dach und bunten Verzierungen, der gemäß seines Namens dem Erbeten reicher Ernteerträge diente.

Der Himmel als übergeordnete Autorität, alles zeigt sich in den blauen Dachziegeln. Dieser und die weiteren Altäre gelten als Meisterwerke chinesischer Architektur und – wie ich vor allem wahrnehme – spiritueller Symbolik. Der Himmelsbezug findet sich ebenso in der Geometrie von Gebäuden und Mauern. Der Stil des Rundbaus ist weder Zufall noch dem Ideenfundus eines provokativen Architektur-Avantgardisten entsprungen. In all seinen Erscheinungsformen symbolisiert das Runde den Himmel, während eckige Anordnungen das Weltliche repräsentieren. Die Verbotene Stadt als weltliche Repräsentanz des Kaiserreichs fällt in der Tat mehr durch rechteckige Architektur auf als durch himmlische Rundungen.

Fernansicht der Halle des Erntegebets, rechts und links bedeckt mit Bäumen.

Daneben zeigt sich hier die Eigenart, dass zahlreiche Aspekte der Tempel-Architektur durch die Zahl Neun teilbar sind. Etwa die Anzahl der konzentrischen Kreise rund um den Stein des Himmelszentrums auf dem Hügelaltar – jeweils gestaltet mit einer durch Neun teilbaren Anzahl an Marmorplatten. Warum das Ganze? Die Zahl Neun steht gemäß der chinesischen Zahlensymbolik für den Drachen, der wiederum den Kaiser symbolisiert. Eine klare Referenz. Wenn man genau hinschaut, erlebt man hier also tatsächlich ein Feuerwerk an kaiserlich-transzendentalen Verweisen, die die Einzigartigkeit dieses Tempels begründen.

Halle des Erntegebets. Viele Besucher halten Sonnenschirme.
Die Halle des Erntegebets gilt als architektonisches Meisterwerk.

Was mich an dieser Anlage jedoch besonders beeindruckt und begeistert, ist seine riesige Fläche, die mit 270 ha noch weitaus mehr urbanen Platz beansprucht als die Verbotene Stadt. Auch dahinter versteckt sich eine Symbolik. Denn der Kaiser gilt gemäß dem chinesischen Konzept des Himmelsmandats (Tianming, 天命) als Sohn des Himmels (Tianzi, 天子), und so sollte seine weltliche Behausung (Verbotene Stadt) der himmlischen Residenz größentechnisch keine Konkurrenz machen.

Daher findet sich hier heute eine riesige Park- und Gartenanlage mit all den lieblichen Eigenarten der chinesischen Erholungskunst. Symmetrisch angelegte Wiesenflächen, durchbrochen durch endlose Alleen, gespickt mit Orten der fröhlichen Zusammenkunft von Tanz-Kollektiven.

Ein toller Ort, um einen ausgiebigen, entspannten Vor- oder Nachmittag zu verbringen. Nach dem Durchforsten und Fotografieren der Hallen und Altäre und dem Besuch der interessanten Ausstellung zur Geschichte des Palasts (2016) solltest du noch etwas Zeit mitbringen, um die Atmosphäre in der Parkanlage zu genießen. Zwar handelt es sich um eine hochfrequentierte, touristische Sehenswürdigkeit, und doch erscheint mir der Tempel als kleine große Oase inmitten der Großstadt.


Anreise: U-Bahn-Linie 5 bis Tiantan Dongmen Station (天坛东门站). Verlasse die Station über Exit A und du steht direkt yor dem Ost-Eingang des Parks.  Eintrittspreis: Apr. – Okt.: CNY 15, Nov. – März: CNY 10 Für den Zutritt zu den Altären ist ohne Kombi-Ticket eine Extra-Gebühr zu zahlen.
Kombi-Ticket: Apr. – Okt.: CNY 34, Nov. – März: CNY 28
Öffnungszeiten: Apr. – Okt.: 08:00 – 17:30, Nov. – März.: 08:00 -17:00 (beachte: der Ticketverkauf endet um 16:00 bzw. 15:30)

6. Tian’anmen-Platz – Platz des Himmlischen Friedens

Im exakten Zentrum Pekings befindet sich das wohl bekannteste touristische Fotomotiv Chinas. Das Porträt des Revolutionärs und Staatsgründers Mao Zedong (毛泽东) vor einem massiven roten Tor, mit den harmonisierenden, markanten Dachkonstruktionen der Verbotenen Stadt aus dem Hintergrund ins Panorama hineinragend. Ich befinde mich auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz, 天安门广场). Einer dieser Orte! Weltweit größter Platz seiner Art – ein aufmerksamer Zeitzeuge chinesischer Geschichte.

Blick über den Tiananmen-Platz auf das Tor des Himmlischen Friedens. In der Mitte das Porträt Mao Zedongs.
Während der Goldenen Woche im Oktober ist touristischer Betrieb vor dem Tor des Himmlischen Friedens.

Der Tian´anmen-Platz wird im Norden durch das besagte und namensgebende Tor des Himmlischen Friedens (Tian´anmen, 天安门), das auch als Eingangspforte zur Verbotenen Stadt dient, und im Süden durch das Zhengyang-Tor (Zhengyangmen, 正阳门) begrenzt. Letzteres diente einst als Haupttor zur Kaiserstadt und ist als eines von nur drei verbliebenen der neun einstigen Stadttore eine Sehenswürdigkeit für sich.

Revolutionäres Kriegsdenkmal mit Arbeitern und Soldaten, die gemeinsam in eine Richtung gehen.
Patriotismus am Platz des Himmlischen Friedens. Revolutionäres Denkmal vor dem Gedenkhalle für den Vorsitzenden Mao.

Der Platz ist wirklich riesig. Ich kenne vergleichbare Plätze aus den Hauptstädten anderer (post)-kommunistischer Länder – doch der Tian´anmen ist eine Klasse für sich. Und zwar mit Ansage. Mao realisierte in den späten 1950ern seine Vision von dem größten und spektakulärsten aller Plätze mit einem Fassungsvermögen von 500.000 Menschen.

Teilansicht des chinesischen Nationalmuseums.
Das Chinesische Nationalmuseum (中国国家博物馆) am Tiananmen-Platz.

Das Ganze wurde mit beeindruckenden, repräsentativen Bauwerken wie dem Denkmal für die Helden des Volkes, (人民英雄纪念碑), der Großen Halle des Volkes (Tagungssitz des Nationalen Volkskongress, 人民大会堂) und dem Chinesischen Nationalmuseum (中国国家博物馆) ausgeschmückt. Im Grunde könnte ich hier Stunden damit verbringen, all diese Monumente und die Menschenströme aus allen möglichen Perspektiven zu fotografieren.

Zu feierlichen Anlässen gibt es dazu noch weitere Dekorationen zu bestaunen. Als ich im Anfang Oktober 2018 in der Stadt bin, erlebe ich enorme Menschenmassen, die sich vielerorts, besonders jedoch am Tian´anmen-Platz tummeln. Am 1. Oktober 1949 rief Mao die Volksrepublik China auf dem Tian´anmen aus. Die ganze Woche vom 1. bis zum 7. Oktober ist daher offizieller Nationalfeiertag. Während dieser Goldenen Woche bereisen die Chinesen kollektiv das Land und die Hauptstadt.

In diesem Jahr ist zudem 70. Jahrestag der Staatsgründung, was mit größeren Zeremonien einhergeht. Ein sicheres Erkennungsmerkmal dieser Feierlichkeiten ist der riesige – nachts beleuchtete – Blumenstrauß inmitten des Platzes. Florale Ästhetik zur Stärkung des nationalen Bewusstseins.

Mein Tipp auf dem Tian´anmen-Platz

Für den Tian´anmen-Platz und die daran anschließende Verbotene Stadt samt Jingshan-Park solltest du dir ruhig einen ganzen Tag einplanen. Du befindest dich hier auf der zentralen Hauptachse Pekings, des chinesischen Machtzentrums und von 600 Jahren bewegter kaiserlicher und revolutionärer Geschichte.


Anreise: U-Bahn-Linie 1 bis Tiananmen Dong (Ost, 天安门东站) oder Tiananmen Xi (West, 天安门西站). Alternativ Linie 2 bis Qianmen (前门火车站). Nimm Exit A oder B und laufe nach Norden.

7. Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt (故宫,  Zijìncheng) in Peking habe ich bislang zweimal besucht, und freue mich schon auf das nächste Mal. Wenn es denn die eine große Sehenswürdigkeit in Peking gäbe, wäre es dieser Ort. Der zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbaute Kaiserpalast der Ming- und Qing-Dynastien, dessen Pforten für die Normalbürger:innen des Kaiserreichs stets verschlossen blieben. Das weltliche Gegenstück zum Himmelsaltar.

Ich Hocke vor der Halle der Höchsten Harmonie in der Verbotenen Stadt in Peling.
Mit Blick auf die Halle der Höchsten Harmonie. Die

Allein die kompromisslose Symmetrie dieser 72 Hektar umfassenden Anlage ist betörend – an dessen etwa 1 km langen Nord-Süd-Achse sich noch heute die zentrale Achse Pekings orientiert. Ein Ort, der ein Superlativ für sich darstellt – ein Ort, der Macht und Stärke symbolisiert. Der Mittelpunkt der bewohnten Welt. Der Palast ist der größte historische Komplex von Holzkonstruktionen seiner Art und ist – auch dank Restaurierungen und Renovierungen – gut erhalten.

Auf die zahllosen Hallen und Pavillons verteilt sich das Palastmuseum mit ausgestellten Kunst- und Alltagsgegenständen aus dem Kaiserreich. Es gibt also neben der einzigartigen Architektur und der speziellen Atmosphäre auch eine Menge Throne, Altäre und anderer spannender Exponate in den Pavillons und Hallen zu besichtigen.

Blick über die gelb-glasierten Ziegeldächer der Verbotenen Stadt. Im Hintergrund ist die Skyline Pekings zu erahnen.
Die Silhouette der Metropole ist von den Terrassen aus zu sehen.

Der Haupteingang zur Verbotenen Stadt befindet sich am Nordende des Tian´anmen-Platzes am gleichnamigen Tor. Du durchläufst einen Eingangs-Tunnel und findest dich hinter dem mächtigen Mittagstor (午门) direkt auf dem äußeren Platz vor der Halle der Höchsten Harmonie (太和殿) wieder. Ein fantastisches Panorama und architektonisches Erlebnis. Der riesige Platz mündet in einem Aufstieg zu Marmorterrassen, auf dem die stolze Halle emporragt und die Szene mit ihrer gelb-glasierten Dachbeziegelung dominiert.

Die gelbe Farbe symbolisiert das Kaisertum und steht der himmlischen Symbolik der blauen Bedachungen des Himmelsaltars gegenüber. Wenn man so will. Denn der Kaiser steht qua Mandat in direktem Bezug zum Himmel, auf Erden repräsentiert durch diese beiden sich ergänzenden Palast- und Tempelanlagen. Die Halle der Höchsten Harmonie war von zentraler Bedeutung im Kaiserreich, als er der Ort der Inthronisierungen und weiterer wichtiger Zeremonien wie Hochzeiten und Geburtstage war.

Blick über einen Platz in der Verbotenen Stadt. Im Vordergrund die Marmorterrassen.
Die Verbotene Stadt ist auf vielerlei Ebenen ein ästhetisches Highlight.

Entlang der Achse von Süd nach Nord wird die Stadtstruktur zunehmend detailliert. Auf große Plätze folgen engmaschige Gassen mit ehemaligen Behausungen der kaiserlichen Entourage und Verwaltungsgebäuden. Teilweise durchstreife ich von hohen roten Mauern begrenzte Korridore, die wie die Orientierung anfechtenden Gänge eines purpurnen Labyrinths wirken.

Die äußeren Mauern haben eine Höhe von 10 Metern, und sollten einst die kaiserlichen Bewohner vom gemeinen Volk abschirmen. Ich befinde mich inmitten der chinesischen Millionenmetropole Peking – doch davon ist hier kaum etwas zu spüren. Es ist wie in einer eigenen Welt – wenigstens einer eigenen Stadt. Der einst angestrebte Abschirmeffekt ist auch heute noch spürbar. Befinde ich mich auf einer der emporragenden Terrassen, sehe ich die Skyline der Großstadt. Doch sie wirkt fern.

Je nach Wochentag sowie Wind- und Wetter-Bedingungen füllt sich die Verbotene Stadt mit mehr oder weniger Tourist:innen. Meist mit mehr. Besonders an Wochenenden, Feiertagen wie der Goldenen Woche Anfang Oktober, und bei Sonnenschein. Bei meinem Besuch im Herbst 2018 zum Beispiel erlebte ich einen solchen Tag. Blauer Himmel, Sonnenschein, schillernd-gelbe Ziegel und von den Sonnenstrahlen lobend hervorgehobene, leuchtend rote Fassaden… Und eine Menge Gesellschaft. Auf den größeren Plätzen herrscht bisweilen etwas Ruhe. Die einheimischen Touristengruppen besichtigen die Palastanlage tatsächlich in Schüben und Scharen.

Viele Menschen bilden Trauben vor den Ausstellungshallen und Altaren der Verbotenen Stadt.
Der Blick zu den Exponaten in den Hallen des Palastmuseums ist nicht immer frei.

Die Menschen stauen sich dagegen an den Zugangspunkten zu den Thronhallen. Diese dürfen zwar nicht betreten, jedoch durch die Außenfenster betrachtet werden. Die Sichtmöglichkeiten sind nicht allzu zahlreich. Es bilden sich dynamische Trauben. Je nachdem, ob du dich eher für die Palastanlage an sich, oder mehr für die Throne und Ausstellungen interessierst, solltest du Besuchstag und Tageszeit entsprechend auswählen. Im Sommer, würde ich an einem Sonntag-Vormittag nicht mit allzu viel Sicht-Freiheit rechnen. Allerdings gehört für mich die hier übliche Tourismus-Kultur ebenso zum kulturellen China-Erlebnis wie die Sehenswürdigkeiten selbst. Ein Besuch der Verbotenen Stadt lohnt sich daher immer.

8. Jingshan-Park/ Kohlehügel

Wenn wir schon mal hier sind, bleiben wir gleich da. Direkt gegenüber des Nordtors der Verbotenen Stadt befindet sich der Kohlehügel (煤山) oder besser Jingshan-Park (景山 公园). Ein mit Pavillons und reicher Bepflanzung dekorierter Erholungspark, dessen beide Namen unterschiedliches zum Ausdruck bringen. Entstanden ist der Hügel zu Ming-Zeiten durch Aufkippen der ausgegrabenen Erde bei der Aushebung der kaiserlichen Palast-Gräben.

Blick vom Kohlehügel über Peking bei Sonnenuntergang. Der Himmel ist pink und Orange. Links ist der Fernsehturm zu sehen. Mittig die Weiße Pagode.
Sonnenuntergang über Peking mit der Weißen Pagode.

Man hat diesen Ort damals wohl auch zur Einlagerung von Kohlereserven genutzt, um zuvor erfahrene Brennstoffknappheit zu verhindern … Der Name Jingshan dagegen lässt sich etwa in Aussichtshügel übersetzen, was für mich den Hauptgrund für einen Besuch bestens beschreibt. Am frühen Abend, kurz vor Sonnenuntergang finden sich hier zahlreiche Menschen mit ihren Fotoapparaten und Smartphones ein, um den Sonnenuntergang über der Weißen Pagode einzufangen, und um den einmaligen Blick auf die sich in der einschleichenden Dunkelheit verschleiernden Verbotenen Stadt zu genießen.

Blick hinauf zu einem Besucherpavillon mit vielen Menschen, die den Sonnenuntergang fotografieren.
Viel Betrieb zum Sonnenuntergang im Pavillon auf dem Kohlehügel. Jeder versucht den Blick auf die Verbotene Stadt „von Oben“ zu genießen und einzufangen.

Mein Tipp in der Verbotenen Stadt

Tian´anmen-Platz, Verbotene Stadt und Jingshan-Park bilden touristisch gesehen eine zusammenhängende Einheit. Zwischen Zhengyangmen am Südende des Tian´anmen und dem Kohlehügel liegen etwa 3,5 km, die gespickt sind mit fantastischen Sehenswürdigkeiten. Hier lässt sich locker ein gesamter Tag für alles einplanen, je nachdem wie sehr du auch an der ausgiebigen Besichtigung einzelner Ausstellungen interessiert bist.

Ich empfehle die Anreise mit der U-Bahn Linien 2 zur Station „Qianmen“ und eine Tour in Süd-Nord-Richtung. Am frühen Morgen und Vormittag den Tian´anmen-Platz besichtigen und nach dem Mittagessen südlich des Zhengyangmen einen ausgiebigen Nachmittag in der Verbotenen Stadt verbringen. Der Kohlehügel lädt besonders zum Sonnenuntergang zu spektakulären Aussichten ein.


Anreise Verbotene Stadt: siehe Tian´anmen-Platz
Anreise Jingshan-Park: U.Bahn Linie 8 bis Shichahai Station, Exit C – dann etwa 1 km Fußweg
Eintrittspreis Verbotene Stadt: Apr. – Okt.: 60¥, Nov. – März: 40¥ Für den Zutritt zu den bestimmten Ausstellungen ist eine Extra-Gebühr zu zahlen.
Öffnungszeiten Verbotene Stadt: Apr. – Okt.: 08:30 – 17:30, Nov. – März.: 08:30 -16:30 (beachte: der Ticketverkauf endet um 16:00 bzw. 15:30)
Montags geschlossen
Eintrittspreis Jingshan-Park: 2¥
Öffnungszeiten Jingshan-Park: Apr. – Okt.: 06:00 – 21:00, Nov. – März.: 06:30 -20:30 (beachte: der Ticketverkauf endet um 20:30 bzw. 19:30)


9. Neuer Sommerpalast

Ein weiteres tolles Highlight kaiserlicher Architektur findest du etwas außerhalb der City, im Nordwesten der Stadt (Stadtteil Haidian, 海淀) am Kunming-See. Den Neuen Sommerpalast (颐和园). Zu den Hochzeiten der Qing-Dynastie Mitte des 18. Jahrhunderts ließ Kaiser Qianlong diese Palast- und Gartenanlage errichten, die im ganzen Land vermutlich ihresgleichen sucht. Man versprach sich, den Unannehmlichkeiten der alljährlichen Sommerhitze zu entkommen.

Der Palastkomplex ist riesig – die größte kaiserliche Parkanlage des Landes – und besticht vor allem durch die grün-hügelige, erfrischende Umgebung, in die sie eingebettet ist. Und durch die damit verbundenen Aussichten. Bei meinem Besuch im Jahr 2017 verbringe ich hier einen halben Tag, was der Größe und Vielfalt der hier zu entdeckenden Schätze kaum gerecht wird. Zahlreiche Hallen, Pagoden, Tempel, ein langer, künstlerischer Wandelgang, eine Wasserstadt … Auch ein einzelnes Blog-Kapitel wird dem im Grunde nicht gerecht.

Blick hoch zur Halle der Zerstreuung der Wolken im Neuen Sommerpalast.
Die Halle zur Zerstreuung der Wolken am Fuße des Bergs der Langlebigkeit.

Zusammen mit einem ebenso begeisterten Freund folge ich zunächst der Route, die vom Nordtor ausgehend über den Berg der Langlebigkeit (万寿山) mit seinen exponierten Hallen und Pagoden führt. Eine typische chinesische Sightseeing-Erfahrung, nicht nur der Architektur wegen. Viel Zeit verbringen wir damit, die steinernen Treppen zu meistern. Sicherlich nicht die gleiche sportliche Herausforderung wie bei so manchem Heiligen Berg oder der Großen Mauer, aber eben charakteristisch. Und mit Belohnungen aufwartend. Mitunter entdecken wir hier tibetisch-inspirierte Tempelanlagen und besichtigen Gebäude mit so klangvollen Namen wie Halle der Güte und Langlebigkeit oder Pavillon des buddhistischen Wohlgeruchs (佛香阁).

Halle auf das Meer der Weisheit im Sommerpalast versteckt sich hinter grünen Büschen.
Die Halle auf das Meer der Weisheit wurde völlig holzfrei konstruiert.

Meist bestaunen wir hölzerne Fassaden mit ihren traditionellen, bunten Verzierungen und den mächtigen roten Durchgangstoren. Die Halle zur Zerstreuung der Wolken fällt zudem mit ihrem kaiserlich-gelb schillernden Dach auf, welches aus der richtigen Perspektive den dominanten Pavillon des Hügels in Szene setzt. Sich selbst in Szene setzt die farblich verspielt glasierte Halle auf das Meer der Weisheit. Diese ist aufgrund ihrer massiven Stein-Konstruktion robust gegen feurige Übergriffe und gehört daher zu den wenigen Gebäuden, die die anglo-französischen Zerstörungsangriffe während des zweiten Opiumkriegs im Jahre 1860 überstand.

Ich stehe vor einem tibetischen Tempelkomplex im Neuen Sommerpalast.
Vor einem tibetischen Tempel des Komplexes der „Vier Großen Regionen“ im Neuen Sommerpalast,

Der Palastgarten wurde 1888 wiedererrichtet, bevor ihn Kaiserwitwe Cixi (慈禧) zur Residenz für den Rest ihres Lebens erklärte. Der Zerstörung-Wiederaufbau-Zyklus wiederholte sich Anfang des 20. Jahrhunderts und infolge des Falls des Kaiserreichs wurde er schließlich 1914 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine Gnade für jeden China-Reisenden. An jeder Ecke lauern Foto- und Selfie-Motive. Nicht nur für uns. Der Sommerpalast zählt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Chinas. Bei wunderschönem Wetter ist der Park an diesem Tag einigermaßen voll, aber auch nicht total überfüllt. Das Gelände ist weitläufig und einige der Highlights finden sich in den Details. Drachen-Ornamente an den Dachkonstruktionen und liebevoll ausgestaltete Stupas.

Blick in die Landschaft um den Sommerpalast. Verzierungen der Gebäude und Tempel ragen ins Panorama.
Eine Stupa mit Sojombo (Flamme-Sonne-Mond) ragt in die Landschaft des Pekinger Umlands.

Letztere zeugen von den buddhistischen Referenzen in der Ausgestaltung einiger Tempel. Das Tempel-Ensemble der Vier Großen Regionen repräsentiert die aus der hinduistischen Kosmologie stammende, nach Himmelsrichtungen ausgerichtete Einteilung der Welt in vier Kontinente. Die in die Landschaft hineinragenden Stilelemente bieten tolle Perspektiven.

Eine Frau zeigt ihrem Kind etwas im Tempelkomplex des Sommerpalasts.
Vor beeindruckender Kulisse. Begeisterte Besucherinnen des Sommerpalasts.

Für die geneigten Freund:innen der feinen Künste empfiehlt sich das Flanieren am Ufer in dem galeristisch gestalteten Wandelgang. Eine traditionell-chinesisch ausgeschmückte hölzerne Korridor-Konstruktion, die historische Kleingemälde ausstellt, und einst der Kaiserwitwe Cixi dem routinierten Verdauungsspaziergang nach dem wohl reichhaltigen Frühstück diente. Der Weg führt bis hinunter an das Ufer des Kunming-Sees. Von hier aus bewundern wir die volle Ausprägung traditioneller chinesischer Gartenarchitektur. Der Blick vom Westufer auf den Berg der Langlebigkeit ist einzigartig.

Blick über den Kunming-See auf den Berg der Langlebigkeit des Sommerpalasts.
Pavillon des Buddhistischen Wohlgeruchs. Am linken Bildrand zeigt sich das Marmorboot (石舫).

Allein für einen entspannten Spaziergang lohnt sich die Anreise. Die Wege führen über weiße, steinerne Brücken über dieses einst zur Sicherung der kaiserstädtischen Wasserversorgung vergrößerte Wasserreservoir. Ästhetik und Funktionalität befinden sich hier im Einklang. Nun, nicht immer. Neben den funktionellen Booten, die den See in voller Entspanntheit queren, liegt ein rein der Ästhetik dienendes Marmorboot am nördlichen Ufer. Ein klassisches Element zur Dekoration chinesischer Gärten – ein netter Ort zum Päuschen machen.

Menschen an der Uferpromenade neben dem Wandelgang.
Entspanntes Flanieren am Ufer des Kunming-Sees. Kunstfreunde flanieren im überdachten Wandelgang.

Schließlich klingt der Aufenthalt im Sommerpalast mit Speis und Trank in der Suzhou-Straße (苏州街, Suzhoujie) aus, einer Art Miniatur-Nachbau der Venedig-esken ostchinesischen Stadt Suzhou. Der Legende nach ließ Kaiser Qianlong diese Geschäftsstraße einst erbauen, um einer ihm den Kopf verdrehenden, aus Suzhou stammenden Mönchin das zunehmend aufkommende Heimweh zu nehmen.

Offenbar mit Erfolg. Sie blieb, und auch die Entourage hatte Freude an den neuen Annehmlichkeiten. Besonders für Peking-Besucher:innen mit kurzem Aufenthalt bietet dieses „Plagiat“ eine tolle Gelegenheit, einen kleinen Eindruck von der Ästhetik chinesischer Wasserstädte zu bekommen. Und nach all der Kultur und Gartenkunst gibt es hier die Gelegenheit, sich in toller Kulisse mit Souvenirs und Erfrischungen einzudecken. Ein tolles Finish der Palast-Besichtigung.


Mein Tipp im Sommerpalast

Aufgrund der Größe und etwas weiteren Anreise lohnt es sich, einen ganzen Tag für eine entspannte Exkursion zum Sommerpalast zu reservieren. Vom nördlichen Palasttor aus den Berg der Langlebigkeit erkunden und einen ausgedehnten Spaziergang um den Kunming-See genießen. Es bieten sich auch Möglichkeiten sich in traditionellen kaiserlichen Gewändern ablichten zu lassen. Am Ende des Rundgangs wartet die Suzhou-Straße mit ihren tollen Shops und der einzigartigen Atmosphäre.

Ob du ein besonderes Kulturinteresse mitbringst oder dich einfach nur für eine schöne Komposition aus traditioneller Architektur und Landschaftsplanung begeisterst – den Sommerpalast solltest du dir nicht entgehen lassen. Eine etwas „rustikalere“ Anreise als die unten empfohlene U-Bahn-Route bietet sich mit diversen Buslinien. Für detailliertere Fahrpläne und umfassende Hintergründe zum Sommerpalast empfehle ich die Seite TavelChinaGuide.

Anreise: U-Bahn-Linie 5 bis zur Station Beigongmen (北宫门站). Verlasse die Station über Exit D für Zugang zum Nord-Eingang. 
Eintrittspreis: Apr. – Okt.: 30¥, Nov. – März: 20¥ Für den Zutritt zu einzelnen Attraktionen ist ohne Kombi-Ticket eine Extra-Gebühr zu zahlen.
Kombi-Ticket: Apr. – Okt.: 60¥, Nov. – März: 50¥
Öffnungszeiten: Apr. – Okt.: 06:30 – 18:00, Nov. – März.: 07:00 -17:00

10. Der 798 Art District – Kunst und Hipsterness im Norden Pekings

Neben all den Reisen durch die Geschichte des chinesischen Kaiserreichs und dem Eintauchen in die eher traditionellen kulturellen Eigenheiten, gibt es in Peking natürlich auch jede Menge Modernes zu entdecken. Ein individualistische Kunst- und Lebenskultur, die eine selbstbewusste Verbindung herstellt zwischen westlichem Lifestyle und fernöstlichem Aufbruch. Auf einem ehemaligen Fabrikgelände im Nordosten der Stadt, im Stadtteil Dashanzi (大山子社区), befindet sich der 798 Art District (798艺术区).

Gelbes Eingangsschild zum 798 Art District in Peking.
Zur Sicherheit der Besucher:innen – Straßenschilder halten motorisierte Fahrzeuge fern.

Ein Künstlerviertel, dessen Name auf die Fabrik 798 zurückführt, die Teil eines chinesisch-sowjetischen Industrieverbundes (Fabrikverbund 718) war, dessen Konstruktion auch unter Beteiligung von DDR-Ingenieuren erfolgte. Das war in den 1950er Jahren und der Einfluss der Deutschen erklärt auch den hier nicht un-dominanten Bauhaus-Stil. Nachdem sich die industriellen Umtriebe während der späten 1980er stark reduziert hatten, bildeten sich auf dem Gelände ab Mitte der 1990er Jahre erste künstlerische Strukturen aus.

In den frühen 2000ern haben sich größere populäre Projekte wie die Beijing Tokyo Art Projects und die 798 Space Gallery angesiedelt und die Etablierung einer urbanen Boheme- und Lifestyle-Szene befeuert. Ein ästhetisches, zum Teil skurril wirkendes Ensemble aus hippen Restaurants, Cafés, Boutiquen, Design-Büros und nicht zuletzt tolle Galerien und Kunst-Ausstellungen … Ein Stück Prenzlauer Berg am Rande Pekings.

Ein Mädchen in grauem Jogginganzug im 798 Art District uter einem Straßenschild "Ceramics Second Street". Ein Schild ist mit Aufklebern beklebt. Rechts eine rote Backsteinmauer.

Ein Besuch dieses ungewöhnlichen Bezirks lohnt sich aus zweierlei Gründen. Ich besichtigte diesen Komplex im Jahr 2017 mit einem Freund, und wir verbrachten die meiste Zeit damit – an einem tadellos sonnigen Tag – die inspirierende Atmosphäre zu genießen, durch die Straßenzüge zu lustwandeln und bisweilen die Künstler bei ihrer Arbeit zu betrachten. Hier ein Cold Brew Coffee, da ein frischer Avocado-Smoothie… Auch völlige Kunstbanausen finden hier zahlreiche Anlaufpunkte, um das leicht Extravagante zu erleben. Im Grunde ein Ort, den man an Sonntagen mit Freunden aufsucht, um sich einen netten Nachmittag zu machen.

Rote menschliche Skulpturen vor einem roten Backsteingebäude im 798 Art District. Die Skulpturen sind männlich. Eine schreit zum Himmel, die andere hält einen Steinblock.
Bisweilen skurrile Skulpturen schmücken die Straßenzüge des 798 Art Districts.

Daneben ist da natürlich noch die Kunst. In ihrer ganzen Vielschichtigkeit. Von der Ausstellung traditioneller iranischer Kunst und Kultur über afrikanische Freundschaftsprojekte mit besonders farbenfrohen Werken, bis hin zu Straßenkunst und Künstlern, die vor Ort zum Porträtieren des individuellen Antlitzes rufen. Mir gefallen die teilweise überdimensionierten Skulpturen vor den Restaurants und Ausstellungshallen.

Ich meine den Ausdruck von Verzweiflung, Ermahnung, Trauer, Ungewissheit und Stärke in ihnen zu entdecken. Bisweilen auch einen Hauch von urbaner Nonchalance. Nun … mir fällt die Interpretation nicht immer leicht. Muss ja auch nicht. Insgesamt eine tolle, extrovertierte Komposition vieler Aspekte modernen Lifestyles des 21. Jahrhunderts.


Obwohl ich bei meinen Peking-Aufenthalten besonders auch das traditionelle chinesische Essen genieße, das praktisch an jeder Ecke – und auch zwischen den Ecken – verfügbar ist, erfreue ich mich zur Abwechslung an den etwas moderneren kulinarischen Interpretationen, die in den Restaurants des 798 Viertels angeboten werden. In einem vegetarischen Lokal etwa bekommen wir kräftige Szechuan-Speisen mit einer nicht sparsam dosierten Beigabe von Szechuan-Pfeffer.

So weit, so traditionell. Dass die Gerichte jedoch ohne einen Überschuss an Schmalz, Knochenbrühe und ähnlichen Zutaten auskommen, ist ihnen erfrischender Weise anzumerken. Auch das Auffahren in flüssigem Stickstoff gekühlter Cocktail-Tomaten zählt nicht zum chinesischen Standard-Programm. Diese Behandlung geht zwar nicht mit einem besonderen Geschmackserlebnis einher. Da das Auge jedoch bekanntlich mitisst, rundet die Optik der „rauchenden“ Tomatenschüssel das kulturelle Erlebnis im 798 Art District wundervoll ab.


Modernes Essen. Mit einer Schale ultra-gekühlter Tomaten

Mein Tipp im 798 Art District

Vor allem bei längeren Peking-Aufenthalten und vielen Tempel-Besuchen empfehle ich einen mindestens halbtägigen Aufenthalt im 798-Viertel. Es bietet eine tolle Abwechslung, und für manche vielleicht auch ein Stück Komfortzone. Einfach hinfahren und durch die Straßen schlendern. Die meisten Ausstellungen sind umsonst.

Anreise: U-Bahn Linie 14 bis Wangjing Nan (望京南站). Verlasse die Station über Exit B1. Dann mit dem Bus Nr. 403 bis Dashanzi Lukou Dong (大山子路口东). Von Wangjing Nan erreichst du den Art District auch fußläufig in 20 Minuten.

Hinweis: Alle in diesem Artikel beschriebenen Reisen wurden privat finanziert. Ich erhalte keine finanziellen Zuwendungen von in diesem Artikel genannten Unternehmen oder anderen Organisationen.

Credits für Übersetzungen: Yang Cui

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